VfL Halle 1896 7 ( 3:2 )
BSG Wismut Gera 4
Liga: NOFV-Oberliga Süd, 29.Spieltag
Datum: Sonntag 02. Juni 2019
Anstoß: 14:00 Uhr
Stadion: HWG-Stadion am Zoo Halle (Saale) - Trotha
Zuschauer: 109 (ca. 40 Gästefans) 8.200 Plätze
Statistik: 596. Ground, 1.011. Spiel (NOFV-Oberliga Süd: 1 von 16)
Bericht:
Am letzten Tag in Halle stand man etwas früher auf und traf sich gegen 09:00 Uhr mit Björn zum Frühstück. Danach ging es nochmals kurz auf die Zimmer und nach dem auschecken (Gepäck konnten wir an der Rezeption abgeben) zu einem weiteren Stadtrundgang auf dem wir folgende Sehenswürdigkeiten besuchten: Kohlebahn an der Mansfelder Straße, Halloren- und Salinemuseum Halle, sowie das Gebäude der Saline Reha-Klinik. Danach drehten wir eine kleine Runde an der Saale entlang und kamen dabei noch an zwei historischen Gebäuden der alten Hafenmeisterei des ehemaligen Sophienhafens vorbei. Von dort liefen wir zurück in die Altstadt wo wir die Neue Residenz am Dom, das Wilhelm-Friedemann-Bach-Haus (Museum) und den Hallmarkt mit Göbelbrunnen aufsuchten. An der Marktkirche "Unser lieben Frauen" vorbei liefen wir weiter zum Joliot-Curie-Platz wo wir neben dem Gebäude der Hauptpost auch das historische Gebäude des Stadtbads inklusive Eingangsportal ablichteten. An der Haltestelle Steintor stiegen wir in die Straßenbahn und fuhren wieder hoch zum Bergzoo wo wir ausstiegen und Fuß die letzten Meter zum Stadion des VfL Halle 1896 zurücklegten welches wir gegen 13:30 Uhr erreichten. In kürze zunächst alles rund ums Stadion: Der Eintritt kostete sieben Euro (schöne Eintrittskarte, Stadionheft 1,00 Euro Jugendspende) und am Imbiss konnte man Bratwürste, Steaks sowie Softgetränke und Landsberger Pils zu kaufen. Als wir unsere Runde drehten erspähten wir einen Fanshop, der aber leider geschlossen war. Kurz umgeschaut wollten wir schon im Vereinsheim nach Fanartikeln fragen als uns ein netter Herr darauf aufmerksam machte, dass wir dort keinen Zutritt hätten. Auf unsere Frage wann denn der Fanshop öffnet gab es nur die kurze Antwort: "Heute nicht". Als er bemerkte das wir Groundhopper sind gab er mit einem Lächeln zu verstehen, dass dies hier der "Wild East" , also der Wilde Osten, ist und fragte uns wo wir herkommen. So gab es noch eine nette Unterhaltung ehe wir uns verabschiedeten und unsere Runde fortsetzten (während der Halbzeitpause drehten wir noch eine weitere Fotorunde auf der wir noch von den Gästefans aus Gera angesprochen wurden. Auch hier gab es nette Gespräche und der am Ende humorvolle Verweis auf eine Hopperkasse bei uns zu verzichten). Zu Spielbeginn fanden wir uns auf der Haupttribüne ein wo wir noch vom Stadionsprecher erwähnt wurden und dann war es Zeit das Spiel zu schauen.
Am vorletzten Spieltag der Oberligasaison traf der Vierzehnte VfL Halle 1896 auf den Zehnten BSG Wismut Gera. Während die Hauherren noch dringend einen Sieg benötigen um auch nächste Saison in der Oberliga spielen zu können sind die Gäste aus Gera zwar schon gerettet doch zieht man sich nach der Saison freiwillig aus der Oberliga zurück und steht somit als zweiter Absteiger neben dem SV Blau Weiß Zorbau fest. Von Beginn an wurde es eine muntere Partie die nicht mit Toren geizte und einen Gast, der trotz Abschiedstour die Punkte nicht freiwillig hergeben wollte. Gera war es auch der den Torreigen eröffnete als man in der 12. Minute mit 1:0 in Führung ging. Zehn Minuten später konnten die Hausherren ausgleichen und in der 38. Minute sogar selbst in Führung gehen (2:1). Schlag auf Schlag ging es in den letzten fünf Minuten der ersten Halbzeit zu als zunächst die Gäste ausglichen, die Gastgeber aber mit dem Pausenpfiff zurückschlugen und mit einem 3:2 in die Halbzeit gingen. Kurz nach Wiederanpfiff glich Wismut Gera erneut aus (55.Minute, 3:3) doch sollte dies bis zur Schlussphase zunächst der letzte Treffer bleiben. In der Schlussviertelstunde erhöhte Halle nochmals den Druck und sorgte mit drei Toren zwischen der 78. und 83. Minute dafür, dass der Klassenerhalt heute schon Realität wird. Zwei Minuten später gelang den Gästen per Foulelfmeter noch das 4:6 doch den Schlusspunkt setzten die Hausherren in der 88. Minute mit dem 7:4 welches auch der Endstand war. Der VfL Halle 1896 gewinnt sein letztes Saisonheimspiel mit 7:4 und hat damit dem Klassenerhalt in der Oberliga geschafft. Die BSG Wismut Gera rutscht nach der Niederlage einen Platz nach unten und ist jetzt aktuell Elfter.
Zum letzten Heimspiel der Saison kamen 109 Zuschauer, darunter auch gut 40 Fans aus Gera ins Stadion am Zoo in Halle. Die aktiven Heimfans hatten sich oben rechts auf der Haupttribüne eingefunden und sowohl oben am Zaun als auch unten am Geländer ihre Zaunfahnen aufgehängt. Die Gästefans auf der Gegengerade (durften außerhalb des Gästeblocks stehen) hatten sich hingegen in zwei Blöcke aufgeteilt welche sich ganz links und ganz rechts aufstellten. Während der linke Block eine Zaun sowie Schwenkfahne dabei hatte zeigte der rechte Block eine kleine Choreo bestehend aus einem orangenen Spruchband mit der Aufschrift "Oberliga war schön!" sowie zwei Doppelhalter die zum einen Paulchen Panther (bekannt aus der Zeichentrickserie "Der rosarote Panther" Anm. d. Red.) in orange zeigte und zum anderen eine Sprechblase auf der der Spruch "Wir kommen wieder, keine Frage!" zu lesen war. Supportmäßig gaben sowohl Heim als auch Gästefans immer mal wieder etwas zu besten und so kann man heute von einen ordentlichen Support sprechen.
Nach Spielende bedankten wir uns für die nette Gastfreundschaft (und das Erwähnen über den Stadionsprecher) und nachdem wir noch als Geschenk jeweils ein Programmheft des Halleschen FC bekommen hatten verabschiedeten wir uns und liefen wieder Richtung Zoo wo wir noch schnell den alten Eingang des Begzoos fotografierten. Gegen 16:30 Uhr nahmen wir an der Haltestelle Kurallee die Straßenbahn zum HBF und nach einem kurzen Abstecher ins Hotel (Gepäck holen) ging es auch schon wieder zurück zum Bahnhof wo wir nach der Proviantaufnahme auf unseren Zug warteten. Dieser sollte aber zu unseren Missfallen nicht kommen, da an der Lok ein Defekt festgestellt wurde und man den ganzen Zug aus dem Betrieb nahm. Der bereitgestellte Ersatzzug sollte dann mit +25 Minuten Verspätung eintreffen doch auch dort gab es ein Problem mit einen Wagon (defekte Klimaanlage) sodass nur vier der fünf Einheiten genutzt werden konnten. Da der Zug eh schon überfüllt war fragten wir beim Personal an ob wir nicht auf eigenes Risiko in den defekten Zugteil können, da uns eine ausgefallene Klimaanlage nichts ausmachen würde. Als dies bejaht wurde machten wir uns auf dem Weg ins Abteil und hatten uns gerade hingesetzt als man uns aufforderte den Wagen wieder zu verlassen. Auf unsere Bemerkung das uns dies aber gestattet wurde gab es erneut die Aufforderung zu gehen was wir am Ende zähneknirschend auch taten um weiteren Ärger aus dem Weg zu gehen. So verbrachten wir den Großteil der Fahrt nach Hannover stehend und wie die Ölsardinen eingepfercht auf den Gang und waren froh endlich am HBF Hannover aussteigen zu können. Trotz unserer verspäteten Ankunft verpassten wir unseren Anschlusszug nicht, da man in Berlin vergessen hatte diesen rechtzeitig bereitzustellen. Im Folgezug konnten wir dann auch endlich unsere reservierten Plätze einnehmen und dann ging es auch schon weiter nach Duisburg wo wir mit knapp 30 Minuten Verspätung gegen 22:30 Uhr ankamen. Dort wartete auch schon mein Vater auf uns und nachdem wir Björn noch nach Hause gefahren hatten ging es weiter nach Oberhausen Buschhausen wo man gegen 23:00 Uhr zu Hause ankam.
Beste Grüße gehen nach Duisburg an Björn sowie nach Halle (Saale) zum VfL Halle 1896 (danke für die nette Gastfreundschaft).
Stadion:
Das HWG-Stadion am Zoo (benannt nach dem nahegelegenen Bergzoo Halle sowie der HWG = Hallesche Wohnungs-GmbH) befindet sich im Hallenser Stadtteil Trotha (genauer im Stadtviertel Gottfried-Keller-Siedlung) zwischen Wohnhäusern sowie einer Kleingartenanlage und kommt als reines Fußballstadion mit Rasenbelag daher. Prunkstück des Stadions ist die nicht überdachte Haupttribüne (Länge von Sechzehner zu Sechzehner) mit ihren 16 Reihen blauen und roten Sitzbänken aus Kunststoff welche in der Mitte durch einen Spielertunnel unterbrochen sind. Mittig oberhalb der Stufen findet man eine gemauerte Sprecherkabine vor die ebenfalls in den Vereinsfarben gestrichen ist und in den Katakomben der Tribüne sind die Umkleiden untergebracht. Rechts neben der Tribüne gibt es noch ein Gebäude welches neben dem Vereinsheim auch den Fanshop beherbergt. Die Gegengerade geht fast über die gesamte Länge der Längsseite und besitzt zehn Stehstufen, die mit Bruchstein verkleidet sind. Die Hälfte der Tribüne ist dabei von einen Zaun umgeben, der den Gästeblock bildet. Die beiden Hintertorseiten haben dagegen keinen Ausbau (sieht man von einem kleinen Geräteschuppen auf der Westseite ab). Hier stellt man sich ebenerdig hinter den Zaun um die Spiele zu verfolgen. Eine Flutlichtanlage ist zwar nicht vorhanden, dafür aber eine kleine digitale Anzeigetafel, die sich auf der Westseite hinter dem Fangzaun auf einem Gerüst befindet. Fassungsvermögen: 8.200 Plätze (1.200 Sitz und 7.000 Stehplätze).
Verein:
Größte Erfolge des Vereins in der DDR (bis 1952 BSG Genossenschaft Halle, dann BSG Empor Halle) waren drei Jahre Landesklasse Sachsen-Anhalt als zweithöchste (ab 1951 dritthöchste) Klasse (1949 bis 1952) sowie ein Jahr DDR-Liga (zweithöchste Klasse) in der Saison 1981/82. Weitere Erfolge waren 26 Jahre Bezirksliga Halle als dritthöchste Klasse (1952 bis 1958 (zwischen 1955 und 1963 kurzzeitig viertklassig), 1963 bis 1965, 1973 bis 1975, 1977 bis 1981 und 1982 bis 1988), die zweimalige Teilnahme am FDGB-Pokal (1963/64 und 1982/83) wobei man nicht über die erste Runde hinaus kam und der einmalige Gewinn des Bezirkspokals Halle im Jahr 1963.
Größter Erfolg des Vereins in der BRD (als VfL Halle 1896) war der Aufstieg in die Gauliga Mitte zur Saison 1937/38 in der man bis zum Kriegsende für acht Jahre spielte (1937 bis 1945). Weitere Erfolge waren ein Jahr Regionalliga Nordost (1999/2000 (drittklassig)), drei Teilnahmen am DFB Pokal (1939/40, 1997/98 und 1999/2000) wobei man nie über die erste Runde hinaus kam und der zweimalige Gewinn des Verbandspokals Sachsen-Anhalt 1997 und 1999.
Anfahrt:
Adresse: Geschwister-Scholl-Straße 24, 06118 Halle (Saale)
Für Bahnfahrer: Vom HBF Halle (Saale) mit der Straßenbahnlinie 12 (Trotha, Halle (Saale)) bis zur Haltestelle Zoo fahren und dort aussteigen. Danach der Reilstraße weiter folgen und an der nächsten Kreuzung rechts in die Geschwister-Scholl-Straße abbiegen. Straßenverlauf folgen bis das Stadion auf der linken Seite erscheint (Fußweg ab Haltestelle: Ca. 10 Minuten).