Ticket

SV Merseburg 99 0 ( 0:0 )

SC Naumburg 0

Liga: Landesliga Sachsen-Anhalt-Süd, 29.Spieltag

Datum: Samstag 01. Juni 2019

Anstoß: 15:00 Uhr

Stadion: Stadtstadion Merseburg

Zuschauer: 66 (ca. 10 Gästefans) 12.500 Plätze

Statistik: 595. Ground, 1.010. Spiel (Landesliga Sachsen-Anhalt-Süd: 1 von 16)

Bericht:

Mit Abschluss der Saison stand Anfang Juni noch eine letzte Wochenendtour auf dem Programm, welche man schon Anfang des Jahres zusammen mit Björn aus Duisburg im Rahmen der halbjährlichen Planungsphase auf dem Weg gebracht hatte. Dabei lag das Augenmerk verstärkt auf den Osten der Republik welcher bei mir leider immer noch sehr wenige Kreuze zu verzeichnen hatte. Bei der Planung kristallisierte sich schnell das Bundesland Sachsen-Anhalt heraus und am Ende hatte man sich als Hauptziel das Stadion am Zoo des VfL Halle 1896 rausgesucht. Den Doppler vervollständigte dann noch das Stadtstadion des SV Merseburg 99 und ein Besuch des Bergzoos Halle an der Saale. Wie immer kümmerte sich Björn danach um die Fahrkarten, das Hotel sowie die Restaurants für das Wochenende und nachdem mir mein Duisburger Kollege in allen Punkten Rückmeldung gegeben hatte wartete man nur noch auf das bevorstehende Wochenende. Der Start in das Ostwochenende begann für mich am Freitagmorgen des 31. Mai als man schon um 4:40 Uhr aus dem Federn aufstand, sich fertigmachte und um 5:11 Uhr in Buschhausen den Bus Richtung HBF Oberhausen nahm. Dort wechselte man um 5:33 Uhr in den RE5 nach Duisburg wo man sich um kurz vor Sechs mit Björn traf. Um 06:09 Uhr fuhren wir dann gemeinsam mit dem ICE843 zum HBF Hannover und nach einem weiteren Umstieg (diesmal in den ICE2445) weiter nach Halle an der Saale. Die Anreise verlief dabei ohne Probleme und so kamen wir recht pünktlich nach viereinhalb Stunden Fahrt um 10:47 Uhr am HBF Halle (Saale) an. Nach der Ankunft liefen wir zunächst zum Hotel (ibis Styles Halle an der Delitzscher Straße) welches nur 500 Meter vom HBF entfernt lag und wo wir nach dem einchecken zumindest schon mal die Koffer auf mein Zimmer bringen konnten, da dieses schon bezugfertig war. Mit dem nötigsten wie unsere Kameras liefen wir zurück zum Hauptbahnhof und fuhren von dort mit der Tram zum ersten Planungspunkt des Wochenendes, den Bergzoo Halle. Dort gegen 12:15 Uhr angekommen kauften wir uns für 9,50 Euro Tickets und schauten uns dann den Zoo an. Den Namen Bergzoo trägt der Zoologische Garten nicht ohne Grund, denn statt in die Breite hat man den Zoo einfach in die Höhe gebaut (genauer auf den Reilsberg) und so legt man knapp 130 Höhenmeter zurück bis man oben angekommen ist. Gegen 18:00 Uhr verließen wir den Zoo und fuhren mit der Tram zurück zum Hotel. Nachdem auch Björn sein Zimmer endlich beziehen konnte fuhren wir nochmals zurück in die Stadt um zu Abend zu essen. Björn hatte für den Freitag vorab zwei Restaurants rausgesucht doch als wir bei der ersten Lokalität angekommen waren mussten wir feststellen, dass diese nicht mehr existierte. Also zum zweiten Restaurant gefahren welches dann auch geöffnet hatte. Im Rodizio an der Geiststraße bestellten wir uns das All you can Eat Menü welches mich am Ende an die Prüfung aus dem Zeichentrickfilm Asterix erobert Rom erinnerte wo Obelix alles Essen musste was der Koch ihm zubereitete (keine Angst den Koch im Rodizio habe ich nicht ruiniert;)). So ließen wir den ersten Tag bei leckeren Essen und kühlen Getränken ausklingen. Da die Tram direkt am Restaurant hielt waren wir auch schnell wieder im Hotel wo wir noch kurz die wichtigsten Eckpunkte für den morgigen Samstag besprachen und dann auf unsere Zimmer gingen.

Am nächsten Morgen etwas länger geschlafen (dafür das Frühstück ausfallen lassen) holte mich Björn gegen 10:00 Uhr am Zimmer ab und gemeinsam liefen wir Richtung City um die erste Stadtbesichtigung zu starten auf der wir folgende Sehenswürdigkeiten besuchten: Wasserturm am HBF, Gebäude der Waisenhaus-Apotheke, Leipziger Turm, Fachwerkhaus (Hotel zum kleinen Sandberg), Ulrichskirche mit Ulrichsbrunnen, Marktplatz mit Stadthaus, Georg-Friedrich-Händel-Denkmal, Roter Turm mit Skulptur "Hallescher Roland" und Marktkirche "Unser lieben Frauen" mit den beiden Hausmannstürmen (auch von innen besichtigt). Weiter ging es über die Große Klausstraße (zwei Fachwerkhäuser und Ackerbürgerhof) zum Händelhaus (Museum) sowie zum Ehemaliger Gasthof "Zu den drei Königen" (heute Gasthaus Zum Schad) und danach zum Domplatz wo wir uns neben dem Dom zu Halle (auch von innen besichtigt) auch die Neue Residenz am Dom inklusive Kunstgarten im Innenhof anschauten. Nördlich des Doms wurde noch die Moritzburg mit Innenhof besucht sowie das Physikalische Institut am Friedemann-Bach-Platz und die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina angeschaut. Letzte Anlaufpunkte waren der Universitätsplatz mit Melanchthonianum sowie Löwengebäude und das Opernhaus Halle. Von dort liefen wir zurück zum Marktplatz wo wir um 13:45 Uhr die Straßenbahn (Linie 5) nach Merseburg nahmen. Die Fahrt mit der Tram von Halle nach Merseburg dauerte knapp 35 Minuten und so kamen wir gegen 14:20 Uhr am Stadtstadion an. Da der Eingang direkt an der Haltestelle verschlossen war mussten wir noch kurz um den Ground rum ehe wir den aktuellen Eingang fanden und das Stadion betraten. In kürze zunächst alles rund ums Stadion: Der Eintritt kostete drei Euro (nette Eintrittskarte aber aus der letzten Oberligasaison), und am Grillstand konnte man Bratwürste kaufen. Im Vereinsheim gab es dann noch Softgetränke sowie Wernesgrüner Pils und auf Nachfrage bzgl. Fanartikel besorgte man mir noch einen Schal, den ich für zehn Euro erwarb. Danach drehten wir unsere Fotorunde und organisierten uns auf Höhe des Sprecherturms ein schattiges Plätzchen um von dort die Partie zu schauen.

Am vorletzten Spieltag traf der Vierzehnte SV Merseburg 99 auf den Zehnten SC Naumburg. Während die Gäste auch in der kommenden Saison wieder in der Landesliga antreten werden (acht Punkte Vorsprung auf Relegationsrang 13 bei noch sechs zu holenden Punkten) bräuchten die Hausherren eigentlich noch dringend Punkte um nicht nächste Saison eine Klasse tiefer an den Start zu gehen. Das Wort eigentlich kann man hier aber dick unterstreichen, denn nach der Saison endet nach 120 Jahren das Kapitel SV Merseburg 99, denn der Verein fusioniert mit dem VfB IMO Merseburg zum 1.FC Merseburg, der dann in der NOFV-Oberliga an den Start geht (Übernahme des Startplatzes vom VfB IMO Merseburg). Trotzdem will man aus den letzten Spielen noch das Maximum herausholen und so wurde es von Beginn an eine flotte Partie, in der die Hausherren noch die besseren Chancen hatten und in der Nachspielzeit sogar noch einen Foulelfmeter vergaben. So endete die Partie wie sich angepfiffen wurde, mit zwei Nullen auf der Anzeigetafel. Für den SV Merseburg 99 heißt der Punktgewinn zunächst das Verlassen des ersten direkten Abstiegsplatzes und das Vorrücken auf Relegationsrang 13 (punktgleich mit dem SV Romonta 90 Stedten, aber mit dem um 13 Toren besseren Torverhältnisses). Der SC Naumburg hingegen bleibt weiter Zehnter und wird die Saison auch nicht mehr schlechter abschneiden.

Zum letzten Heimspiel der Saison kamen knapp 66 Zuschauer, darunter auch vielleicht zehn Fans aus Naumburg, ins Stadtstadion Merseburg. Die Heimfans hatten links neben der Tribüne zwar drei Zaunfahnen aufgehängt, verteilten sich ansonsten im gesamten Stadion. Organisierten Support gab es während des Spiels aber nicht.

Nach Spielende fuhren wir noch mal ein Stück weiter in die nördliche Vorstadt von Merseburg und schauten uns dort das Carl-von-Basedow-Klinikum an ehe wir gegen 18:00 Uhr zurück nach Halle fuhren. Wie schon gestern wurden zunächst die Kameras im Hotelzimmer verstaut und dann die Lokalität für den Abend aufgesucht. Im Halleschen Brauhaus ließen wir den zweiten Abend bei leckeren Essen (der Schreiber gönnte sich eine Roulade mit Kartoffeln) sowie kühlen Drinks ausklingen und gegen 23:00 Uhr waren wir dann auch schon wieder im Hotel. Dort noch schnell die Uhrzeit fürs Frühstück ausgemacht ging es auf die Zimmer und in den wohlverdienten Schlaf.

Stadion:

Das Stadtstadion befindet sich an der nördlichen Stadtgrenze im Merseburger Ortsteil Freiimfelde zwischen einer Tram- sowie einer Bahnlinie und kommt als Oval mit Tartanbahn und Rasenbelag daher. Von außen fallen dem Besucher zunächst die beiden großen Eingangsbereiche (einmal vor der Haupttribüne und ein anderer hinter der Westkurve) auf, die aus überdachten Kassenhäuschen und blauen Eingangsgittern bestehen. Ein nettes Detail bilden noch die Schriftzüge "Stadtstadion" welche zwischen zwei Pylonen aufgehängt wurden und jeweils von zwei Stadtwappen flankiert werden. Das Stadion selbst besitzt auf der Hauptseite eine kleine überdachte Haupttribüne mit fünf Reihen grünen Klappsitzen und einem Schild mit der Aufschrift "SV Merseburg 99" an der Vorderkante des Daches. Die Tribüne selbst wird von zwei Stehplatzbereichen flankiert, die über sieben Stufen verfügen. Die Gegengerade besteht dagegen aus einem großen Stehwall mit 17 Stufen sowie einem gemauerten Sprecherturm, der sich mittig auf der Gegengerade befindet. Vor dem Sprecherturm gibt es dann noch einen abgegrenzten Bereich mit fünf Reihen Holzbänken welche sich Richtung Sprecherturm zuspitzen (die obersten Bänke stehen quasi wettergeschützt unter dem Sprecherturm). Die Ostkurve besitzt ebenfalls 17 Stehstufen und ist mit der Gegengerade verbunden. Die Westkurve hat dagegen keinen Ausbau und nur ein Geländer an das man sich ebenerdig stellen kann um die Spiele zu verfolgen. Hinter der Westkurve findet man noch das große Vereinsheim sowie ein Gebäude in dem die Umkleiden untergebracht sind. Eine Flutlichtanlage besitzt das Stadion zwar nicht, dafür aber eine kleine digitale Anzeigetafel, die auf dem Sprecherturm montiert wurde. Fassungsvermögen: 12.500 Plätze (200 Sitz (Haupttribüne 160, Gegengerade 40) und 12.300 Stehplätze).

Verein:

Größter Erfolg des Vereins zu Zeiten der DDR (als BSG Chemie Buna Schkopau) war der Aufstieg in die DDR-Oberliga zur Saison 1981/82 aus der man nach nur einem Jahr wieder abstieg. Weitere Erfolge waren 18 Jahre DDR-Liga (zweite Klasse) (1965/66, 1971/72, 1973 - 1981 und 1982 - 1990), die 25malige Teilnahme am FDGB Pokal wobei man zweimal das Viertelfinale erreichte (1977/78 FC Rot Weiß Erfurt 0:4 / 0:1 und 1989/90 1.FC Lokomotive Leipzig 0:1) und der viermalige Gewinn des Bezirkspokals Halle (Saale) in den Jahren 1858, 1967, 1968 und 1970. In der Saison 1989/90 gab der Verein die Lizenz für die kommende Saison in der neu geschaffenen NOFV-Liga aus finanziellen Gesichtspunkten ab und benannte sich, wie schon vor der Teilung Deutschlands schon, in SV Merseburg 99 um.

Größter Erfolg des Vereins in der BRD (als SV Merseburg 99) waren sechs Jahre Gauliga Mitte (1934/35 und 1936 - 1940), die einmalige Teilnahme am DFB Pokal (1934/35, Aus in Runde 1 gegen den Polizei SV Chemnitz 2:4) und sechs Jahre NOFV-Oberliga Nordost (1991/92 (drittklassig), 1993 - 1996 (ab 1994 viertklassig) und 2016 - 2018 (fünftklassig)). In der Saison 2017/18 beantragte der Verein keine Lizenz für die kommende Oberligasaison und spielt so in der aktuellen Saison 2018/19 in der Landesliga Sachsen-Anhalt

Anfahrt:

Adresse: Hohendorfer Weg 10, 06217 Merseburg (Saale)

Für Bahnfahrer: Vom HBF Merseburg zunächst zur Haltestelle Merseburg-Zentrum laufen und dort in die Straßenbahnlinie 5 (Bunawerke Schkopau) bis zur Haltestelle Stadtstadion fahren und dort aussteigen. Danach noch einmal zur Hallesche Straße wo sich der eigentliche Eingang zum Stadion befindet.

Stadtstadion_Merseburg

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