FC Schalke 04 2 ( 1:1 )
Borussia Dortmund 2
Liga: Deutsche A-Junioren-Meisterschaft, Halbfinale Hinspiel
Datum: Mittwoch 15. Mai 2019
Anstoß: 18:15 Uhr
Stadion: Niederrheinstadion Oberhausen
Zuschauer: 4.300 (ca. 300 Gästefans) 17.165 Plätze
Statistik: Kein neuer Ground, 1.005. Spiel
Bericht:
Knapp einen Monat nach meinem letzten Besuch ging es am heutigen Wochenteiler erneut ins Niederrheinstadion Oberhausen. Diesmal stand aber nicht ein Heimspiel von RWO sondern das Halbfinalhinspiel in der A-Junioren Meisterschaft zwischen den beiden Revierrivalen FC Schalke 04 und Borussia Dortmund an. Anfang der Woche Daniel aus Essen angeschrieben ob er auch vor Ort sein wird machten wir nach seiner Bestätigung aus uns in der Kanalkurve zu treffen. Am Mittwochnachmittag lief man von Buschhausen los und nach knapp 20 Minuten erreichte man gegen 17:30 Uhr das Niederrheinstadion wo man sich an der Gästekasse ein Ticket kaufte und das Stadion betrat. In kürze zunächst alles rund ums Stadion: Der Eintritt kostete 5,00 Euro und am Imbiss gab es Bratwürste, Currywurst und Softgetränke. Alkohol wurde wegen des Jugendspiels nicht verkauft. Nachdem man kurz ein paar Fotos geschossen hatte traf man beim rumlaufen schnell auf Daniel mit dem man dann die Partie verfolgte.
Im zweiten Halbfinale (gestern trennten sich der VfB Stuttgart und der VfL Wolfsburg mit 0:0) traf heute der Westdeutsche Meister FC Schalke 04 auf den Vizemeister Borussia Dortmund und nach einer zerfahrenen Anfangsviertelstunde waren es in der 16. Minute die Gäste, die die erste große Chance der Partie hatten. Patrick Osterhage wurde im Mittelfeld nicht wirklich attackiert und konnte so unbedrängt in den Strafraum marschieren wo er quer auf Emre Aydinel legte der aber das Kunststück fertig brachte den Ball aus knapp fünf Metern über das Tor zu schießen. Vier Minuten später die nächste dicke Chance für den BVB als nach einem langen Ball Alaa Bakir im Strafraum vom Keeper der Hausherren (war sehr zögerlich aus seinen Kasten gekommen) zu Fall gebracht wurde. Den fälligen Strafstoß schoss Tobias Raschl zentral aufs Tor wo Erdem Canpolat den Ball zwar mit der Fußspitze parieren konnte doch im zweiten Versuch drückte der Schütze das Spielgerät dann über die Linie zum 1:0 für die Borussia. Trotz des ersten Treffers spielte sich die Partie in der Folgezeit mehr im Mittelfeld ab und so gab es den nächsten Aufreger erst in der 38. Minute. Nachdem sich die Schalker schön an den Strafraum der Gäste kombiniert hatten landete ein halbhoher Ball bei Joselpho Barnes der im Strafraum bei der Ballannahme leicht von Niklas Knoop touchiert wurde und zu Boden ging. Auch hier zeigte der Schiedsrichter auf den Punkt und den fälligen Strafstoß verwandelte Görkem Can sicher zum 1:1 Ausgleich. Bis zur Pause hatten dann die Hausherren mehr Feldvorteile doch blieb es zur Halbzeit beim 1:1. Die ersten Chancen des zweiten Abschnitts hatten zunächst die Knappen, die den Schwung der letzten Minuten der ersten Halbzeit mitgenommen hatten, aber die Hintermannschaft des BVB kaum vor Probleme stellten. In der 64. Minute dann auch die erste Chance für Dortmund in Halbzeit zwei und die sollte gleich die erneute Führung bringen. Tobias Raschl hatte im Mittelfeld zum Dribbling angesetzt und konnte 25 Meter vor dem Kasten der Schalker nur mit einem Foul gestoppt werden. Emre Aydinel nahm sich dem Freistoß an und zirkelte das Leder um die Mauer ins linke Eck zum 2:1 für sein Team. Nach der zweiten Führung des Tages übernahmen die Dortmunder mehr und mehr die Kontrolle und ließen in der Folgezeit Ball und Gegner schön laufen. Schalke fand zu diesem Zeitpunkt gar nicht ins Spiel und hatte Glück, das die Gäste mit ihren Chancen fahrlässig umgingen. Bestes Beispiel die 80. Minute als Reda Khadra nach tollen Solo am Strafraumrand abzog aber nur den Pfosten traf. Erst in der Schlussphase zeigte sich S04 wieder vor dem Kasten des BVB ohne aber wirklich gefährlich zu werden. So lief schon die erste Minute der Nachspielzeit als die Gastgeber zur Überraschung der Dortmunder Hintermannschaft auf einmal frei vor dem Kasten auftauchten doch weder Andriko Smolinski, dessen Abschluss quer durch den Strafraum ging, noch René Biskup am langen Pfosten (bekam den Ball nicht mehr richtig unter Kontrolle) konnten das Leder im Tor unterbringen. Schalke kämpfte aber weiter und belohnte sich in der vierten Minute der Nachspielzeit mit dem last Minute Ausgleich. Jimmy Kaparos wurde am Strafraum nicht richtig angegriffen und konnte so ohne Probleme in die Mitte passen wo René Biskup freistehend zum 2:2 Endstand einschob. Durch das späte Remis werden die Karten im Rückspiel wieder neu gemischt, denn da die Auswärtstorregel bei den A-Junioren keine Relevanz hat, fangen beide Teams wieder bei Null an.
Zum A-Jugend Revierderby fanden sich heute 4.300 Zuschauer, darunter auch gut 300 Fans aus Dortmund, im Niederrheinstadion Oberhausen ein. Optisch konnte man auf Seiten der Schalker drei Zaunfahnen ausmachen, die auf der Revierkraft-Tribüne präsentiert wurden ("Vettelschosser Knappen on Tour" (Stadtwappen Vettelschoß, Vereinswappen und Stadtwappen Gelsenkirchen auf blau weißen Grund), "Schalke Fans Wattenscheid" (weiß blaue Schrift auf blau weißen Grund) und "Sportfreunde Kurpfalz 04" (Vereinswappen, Jahreszahl 1904 und kleiner Landkarte)). Supportmäßig gab es auf Heimseite immer mal wieder kurze Sprechchöre zu vernehmen und so wurde nicht nur die Mannschaft angefeuert sondern auch schon mal gegen den Gast aus Dortmund gepöbelt. Die Gästefans hingegen wurden nur zweimal bei den eigenen Toren laut, schauten sich das Spiel aber ansonsten in Ruhe an.
Nach Spielende liefen Daniel und ich gemeinsam aus dem Stadion und kurz bevor wir uns draußen trennten fragte mich mein Essener Hopperkollege noch ob ich Interesse hätte nächste Woche Donnerstag mit nach Jüchen-Garzweiler zu kommen um dort einen Landesligaground zu machen. Da ich nicht abgeneigt war versprach ich mich rechtzeitig zu melden und so verabschiedeten wir uns. Nach einem weiteren zwanzig minütigen Fußmarsch kam ich gegen 20:30 Uhr wieder zu Hause in Buschhausen an.
Beste Grüße gehen heute nach Essen an Daniel.
Stadion:
Das Niederrheinstadion (benannt nach der Region links des Rheins) befindet sich im Oberhausener Stadtteil Osterfeld-West zwischen der Emscher und dem Rhein-Herne-Kanal und kommt als ehemaliges Oval (an der Nordtribüne fehlt die Tartanbahn komplett) und Rasenbelag daher. Die überdachte Haupttribüne im Westen besitzt in den vier Innenblöcken 12 Reihen Schalensitze sowie in den beiden Außenblöcken 15 Reihen mit Sitzen und ist in der Mitte durch einen Spielertunnel unterbrochen. Links und rechts der Tribüne schließen noch zwei Stehblöcke mit 25 Stufen (diese verringern sich aber kurzseitig Richtung Kurven) an die teilweise sogar überdacht sind (hier fällt das Dach aber etwas flacher aus als im Hauptteil der Tribüne). Ebenfalls überdacht ist die Gegengerade, die über 13 Reihen Schalensitze verfügt und in der Mitte durch einen markanten Uhrenturm mit Marathontor komplett unterbrochen ist. Auch die Gegengerade wird durch zwei Stehblöcke mit je 26 Stufen flankiert doch im Gegensatz zur Hauptseite sind diese komplett unüberdacht. Alle Sitze auf den beiden Tribünen sind rot und grün gehalten wobei jeweils die Außenblöcke ein grünes Kleeblatt auf roten Grund zeigen während in den Mittelblöcken zweimal der Schriftzug "RWO" (rote Sitze auf grünen Grund) gebildet wird. Die Südkurve, auch Kanalkurve genannt, besitzt 25 unüberdachte Stehstufen und ist zweimal durch Marathontore unterbrochen. Die neueste Tribüne ist die Revierkraft-Tribüne im Norden welche 2018 eingeweiht wurde und die alte Emscherkurve (ehemals 25 Stufen und unüberdacht; Reste findet man noch seitlich hinter der neuen Tribüne) ersetzt. Die Revierkraft-Tribüne wurde dabei direkt ans Spielfeld gebaut und besitzt 22 überdachte Stehstufen sowie Milchglasfenster an den Seiten und im oberen Bereich der Rückwand. Drei Flutlichtmasten (einer musste wegen Einsturzgefahr im Jahr 2014 demontiert werden) in den Ecken sorgen für das nötige Licht bei Abendspielen während eine manuelle Anzeigetafel (diese stand früher im Ulrich-Haberland-Stadion Leverkusen und war bis 2012 noch digital bedienbar) hinter der Kanalkurve das Ergebnis anzeigt. Fassungsvermögen: 17.165 Plätze (4.000 Sitz und 13.165 Stehplätze).
Anfahrt:
Adresse: Lindnerstraße 2-6, 46149 Oberhausen
Für Bahnfahrer: Vom HBF Oberhausen mit der Buslinie 956 (Goerdelerstraße) bis zur Haltestelle Schloss Oberhausen fahren und dort aussteigen. Danach über den Rhein-Herne-Kanal und dann links auf die Lindnerstraße. Straßenverlauf folgen bis das Stadion auf der linken Seite erscheint.