FC Dordrecht 3 ( 1:0 )
Almere City FC 2
Liga: Eerste Divisie, 36.Spieltag
Datum: Montag 22. April 2019
Anstoß: 14:30 Uhr
Stadion: Riwal Hoogwerkers Stadion Dordrecht
Zuschauer: 1.650 (100 Gästefans) 4.235 Plätze
Statistik: 585. Ground, 997. Spiel (Eerste Divisie: 10 von 20)
Bericht:
Zum Abschluss der Feiertage stand mit Björn aus Duisburg sowie Matze aus Chemnitz an diesem Ostermontag noch eine weitere Zugtour nach Holland auf dem Programm und so hatten wir uns auf das Riwal Hoogwerkers Stadion des Zweitligisten FC Dordrecht geeinigt. Bei gemeinsamen Stadionbesuch gestern in Oberhausen hatte man mit Matze schon alle wichtigen Eckdaten für die Fahrt besprochen und so machte ich mich am Montagmorgen gegen 07:00 Uhr von Buschhausen auf dem Weg zum HBF Oberhausen wo ich um 07:33 Uhr den RE5 nach Duisburg nahm. Am HBF Duisburg traf ich dann auch zeitnah auf Björn und Matze und zu dritt stiegen wir um kurz nach 08:00 Uhr in den RE42, der uns zum ersten Zwischenhalt Viersen bringen sollte. Unsere knapp dreieinhalbstündige Fahrt führte uns über die Umstiege Viersen, Venlo (hier mussten wir noch unsere Bahntickets (Off-peak Holland Travel Ticket) für den niederländischen Zugverkehr kaufen), Eindhoven und Breda nach Dordrecht wo wir pünktlich um 11:37 Uhr ankamen. Da bis zum Anpfiff um 14:30 Uhr noch knapp drei Stunden zu überbrücken waren fuhren wir mit dem Minibus zunächst ins Stadtzentrum und starteten von dort unseren Stadtrundgang auf dem wir folgende Sehenswürdigkeiten besichtigten: Bahnhofsgebäude des Bahnhofs Dordrecht, Wijnhaven mit Boombrug (alte Hebebrücke) und Groothoofdspoort (altes Stadttor), Wolwevershaven (Hafen mit historischen Schiffen) mit Damiatebrug, Schroevendok Straatman (Teil einer historischen Schiffswerft) sowie mehreren historischen Hafengebäuden, Nieuwe Haven mit den beiden Brücken Lange IJzeren Brug und Engelenburgerbrug, Huis Bever - Schaep und die Grote of Onze-Lieve-Vrouwekerk (auch von innen besichtigt). Von dort ging es noch zur Mazelaarsbrug, zum Stadhuis Dordrecht (Rathaus der Stadt), zum Standbeeld van de Gebroeders De Witt und zur Waalse Kerk. Gegen 13:30 Uhr machten wir uns dann auf dem Weg zum Stadion welches wir nach einem halbstündigen Fußmarsch um 14:00 Uhr erreichten. In kürze zunächst alles rund ums Stadion: Der Eintritt kostete 20,00 Euro (Sitzplatz Haupttribüne) und am Imbiss gab es die obligatorische Frituur (unter anderen Brodje Frikandel) und Jupiler Bier zu kaufen. Im Fanshop kaufte ich mir einen neuen Schal für die Sammlung und auf Nachfrage bzgl. Aufkleber gab es für uns drei kleine Ostertüten in der neben einem Aufkleber auch ein Kugelschreiber sowie eine CD mit dem Vereinslied eingepackt war. Danach ging es für uns auch schon ins Stadion und auf die Haupttribüne wo wir auf den Anstoß warteten.
Am 36. und damit drittletzten Spieltag der Eersten Divisie traf der 17. der Tabelle FC Dordrecht auf den Vierten Almere City FC. Während für die Hausherren die Saison gelaufen ist kämpft der Gast aus Almere noch um die Plätze 2 bis 5 die am Ende der Saison nicht nur die Qualifikation zu den Play-Offs zur Eredivisie bedeuten sondern auch, dass man erst in der zweiten Runde an den Start geht. Auf dem Feld war von der deutlichen Rollenverteilung aber zunächst nichts zu sehen, denn die Gäste wirkten verkrampft während die Hausherren befreit aufspielten und in der 18. Minute durch einen direkt verwandelten Freistoß von Jari Schuurman auch verdient in Führung gingen. Auch in der Folgezeit bestimmte Dordrecht das Geschehen auf dem Feld, konnte aber den Vorsprung bis zur Pause nicht ausbauen. Kurz nach dem Seitenwechsel holten die Gastgeber aber verpasstes nach als man in der 46. Minute das 2:0 schoss. Eine an sich harmlose Flanke aus der Hälfte der Hausherren spielte Almeres Mittelfeldspieler Anwar Bensabouh genau in den Lauf von Oussama Zamouri der sich auf den Weg zum Tor der Gäste machte, am Sechzehner kurz nach innen zog und dann den Ball im langen Eck versenkte. In der 61. Minute gab es auch schon den nächsten Treffer für Dordrecht als Oussama Zamouri über links zum Strafraum zog und dann im richtigen Moment auf Joël Zwarts passte. Der nahm den Ball kurz an und zog dann zentral von der Straftraumkante ab von wo das Spielgerät unten links im Tor zum 3:0 einschlug. Kurz darauf dezimierte man sich aber unnötigerweise selbst als Thomas Kok im Mittelfeld seinen Gegenspieler zu Fall brachte und vom Schiedsrichter die Ampelkarte präsentiert bekam (63. Minute). Mit der Überzahl im Rücken wachte Almere so langsam auf und hatte in der 73. Minute die dicke Chance auf den Anschlusstreffer. Kevin Luckassen wurde im Strafraum mustergültig angespielt, zielte dann aber zu genau und sein Schuss schlug nur ans rechte Lattenkreuz. Die Gäste erhöhten sofort weiter den Druck und belohnten sich in der 83. Minute mit dem 1:3. Nach einer Ecke von rechts setzte sich Damon Mirani im Luftkampf gegen zwei Abwehrspieler durch und köpfte das Leder zum Anschlusstreffer ins lange Eck. Dordrecht kam in der Schlussphase fast gar nicht mehr aus der eigenen Hälfte und musste Angriff um Angriff abwehren. Den Gästen hingegen lief trotz der Druckphase so langsam die Zeit weg und so waren schon vier Minuten in der Nachspielzeit rum als man nochmals auf 2:3 verkürzte. Youri Loen hatte rechts etwas zu viel Platz und zog knapp 20 Meter vor dem Tor einfach mal ab. Mit Hilfe des Keepers der Gastgeber (der Ball rutschte ihm wortwörtlich durch die Hosenträger) schlug der Ball unten rechts ein und sorgte nochmals für Nervenflattern bei den Hausherren. Zwei Minuten später nochmals eine Ecke für Almere, die in der Zwischenzeit den eigenen Keeper mit nach vorne beordert hatten. Die Ecke konnte zwar abgefangen werden doch landete der zweite Ball erneut bei den Gästen. Am Ende war es James Efmorfidis, der statt eine Flanke direkt aufs Tor schoss, den Kasten aber am Ende deutlich links verfehlte. Dies war dann auch die letzte Aktion des Spiels, denn kurz darauf pfiff der Schiedsrichter die Partie ab. Der FC Dordrecht gewinnt trotz zwischenzeitlicher 3:0 Führung am Ende etwas glücklich mit 3:2 und beschert seinen Fans im vorletzten Heimspiel nochmals drei Punkte. Mit nun 36 Punkten verbliebt man zwar auf Platz 17, hat aber nur noch drei Punkte Rückstand auf Platz 16 der vom FC Volendam gehalten wird. Almere City FC hingegen patzt im Kampf um die Play-Off Plätze und rutscht nach de heutigen Niederlage auf Platz Fünf ab mit nur noch zwei Punkten Vorsprung auf den Sechsten FC Den Bosch.
Zum vorletzten Heimspiel der Saison kamen 1.650 Zuschauer, darunter auch knapp 100 Fans aus Almere, ins Riwal Hoogwerkers Stadion. Die Heimfans hatten ihren Zaun gut beflaggt und zeigten zu Spielbeginn eine handvoll Schwenker. Auch die Gästefans hatten einige Zaunfahnen aufgehängt zeigten aber nur einen Schwenker zum Einlaufen der Teams. Supportmäßig konnte man bei den Heimfans von einem passablen Auftritt sprechen während die Gästefans kaum bis gar nicht zu vernehmen waren. Zu Gast beim FC Dordrecht: Racing Mechelen aus Belgien mit einer Zaunfahne.
Nach Spielende liefen wir wieder zum Bahnhof Dordrecht wo wir um 16:45 Uhr ankamen und gegen 17:00 Uhr die Bahn zurück nach Deutschland nahmen. Für die Rückfahrt wählten wir diesmal eine direkte Verbindung über Arnheim wo wir noch einmal in den RE19 umsteigen mussten, der uns dann in den Ruhrpott brachte. In Oberhausen verabschiedete man sich zunächst von Björn und Matze (fuhren weiter nach Duisburg) und nach einem Wechsel ins eigene Auto war man gegen 21:15 Uhr wieder zu Hause in Buschhausen.
Beste Grüße gehen erneut nach Chemnitz an Matze sowie nach Duisburg an Björn.
Stadion:
Das Riwal Hoogwerkers Stadion (benannt nach einem niederländischen Unternehmen welches Arbeitsbühnen verkauft bzw. vermietet) befindet sich südöstlich des Stadtzentrums zwischen einem Wohngebiet sowie der Autobahn N3 und kommt als reines Fußballstadion mit Kunstrasenbelag daher. Auf der Ostseite befindet sich die hochgesetzte überdachte Haupttribüne die über die komplette Länge der Geraden verläuft und in drei Sektoren unterteilt ist. Der mittlere Teil besitzt fünf Reihen gepolsterte Sitzreihen (vier Reihen in grau und eine in rot) sowie VIP-Räume direkt hinter der obersten Sitzreihe. Besondere interessant ist der kleine Block direkt über dem Spielertunnel der aus vier Reihen rote gepolsterte Sitze besteht. Direkt neben dem Mittelteil schließen zwei Blöcke mit sieben Reihen roten gepolsterten Sitzen an während die Außenblöcke sieben Reihen grüne und schwarze Schalensitze besitzen. Besondere Details sind zum einen das Tribünendach welches in der Mitte ein wenig tiefer ausfällt und der Kameracontainer, der sich genau mittig auf dem Dach befindet. Die Gegengerade im Westen besitzt ebenfalls eine überdachte Sitztribüne, die aber etwas kürzer ist und über zehn Reihen grüne und schwarze (bilden den Schriftzug "FC Dordrecht . NL") Schalensitze verfügt. Eine weitere überdachte Tribüne gibt es im Süden wobei diese sehr flach ausfällt und nur vier Reihen grüne Schalensitze besitzt. Hier befindet sich auch der Gästeblock des Stadions welcher über die Hälfte der Tribüne einnimmt. Die nördliche Hintertorseite besteht dagegen aus zwanzig Stehstufen, wobei 15 Stufen davon auf Höhe des Sechzehnmeterraums überdacht sind. Zusätzlich hat man unter dem Dach noch fünf Reihen grüne Holzbänke installiert auf denen teilweise schon grüne Schalensitze draufgeschraubt wurden. Die Ecken hingegen sind nicht ausgebaut. Hier gibt es riesige Lärmschutzwände, die das Stadion von außen hin uneinsehbar machen. Das Flutlicht befindet sich klassisch in den Ecken auf vier Masten während eine Videowand oberhalb des Gästeblocks den Zuschauer mit allen wichtigen auf dem laufenden hält. Fassungsvermögen: 4.235 Plätze (4.235 Sitzplätze).
Verein:
Größter Erfolg des 1972 gegründeten Vereins (die Profiabteilung des DFC 1883 Dordrecht spaltete sich in diesem Jahr ab und machte sich zwei Jahre später selbstständig) war der mehrmalige Aufstieg in die Eredivisie in der man gesamt sechs Jahre spielte (1983/84, 1987/88 (als DS'79 (Drechtsteden 79), 1991 bis 1993 (als SVV/Dordrecht 90, eine Fusion zwischen dem SVV Schiedam und Dordrecht 90), 1994/95 (als Dordrecht 90) und 2014/15). Weitere Erfolge waren 41 Jahre Eerste Divise (1972 bis 1983 (bis 1979 FC Dordrecht, dann DS'79 (Drechtsteden 79), 1984 bis 1987, 1988 bis 1991 (bis 1990 DS'79 (Drechtsteden 79), dann Dordrecht 90), 1993/94, 1995 bis 2014 (bis 2002 Dordrecht 90, dann FC Dordrecht) und 2015 bis aktuelle Saison 2018/19) und 47 Teilnahmen am KNVB Beeker Pokal wobei man fünfmal das Viertelfinale erreichte (1981/82 (FC Utrecht 1:1/1:3, 1986/87 FC Den Bosch 0:0/1:3, 1990/91 Feyenoord Rotterdam 1:3, 1999/2000 NEC Nijmegen 0:2 und 2007/08 Roda JC Kerkrade 1:3).
Anfahrt:
Adresse: Krommedijk 210, 3312 LH Dordrecht
Für Bahnfahrer: Vom Bahnhof Dordrecht mit der Buslinie 7 (Sterrenburg) bis zur Haltestelle Eemsteynplein fahren und dort aussteigen. Danach rechts in den Krommedijk abbiegen und den Straßenverlauf folgen bis das Stadion auf der linken Seite erscheint (Fußweg ab Haltestelle: Ca. 15 Minuten).