TSV Eintracht Stadtallendorf 0 ( 0:1 )
1.FC Saarbrücken 3
Liga: Regionalliga Südwest, 21.Spieltag
Datum: Samstag 23. Februar 2019
Anstoß: 14:00 Uhr
Stadion: Herrenwaldstadion Stadtallendorf
Zuschauer: 1.378 (ca. 300 Gästefans) 5.000 Plätze
Statistik: 572. Ground, 979. Spiel (Regionalliga Südwest: 8 von 18)
Bericht:
Zum Abschluss des Monats Februar stand noch eine weitere Tagestour auf dem Programm, denn der gute Mike aus Bochum hatte sich nach langer Zeit mal wieder gemeldet und gefragt ob Interesse an einer Zugtour zum Regionalligisten TSV Eintracht Stadtallendorf bestünde, der am letzten Februarwochenende auf den 1.FC Saarbrücken treffen sollte. Nach kurzer Bedenkzeit sagte man für die Fahrt zu und holte anschließend noch Björn aus Duisburg sowie Peter aus Dortmund mit in den Zug. Am Samstagmorgen fuhr ich zunächst von Oberhausen Buchhausen zum HBF Oberhausen und von dort weiter nach Duisburg um sich dort mit Björn zu treffen. Gegen 08:00 Uhr nahmen wir den RE11 nach Kassel und auf dem Weg dorthin stiegen nacheinander noch Mike (in Bochum) sowie Peter (in Dortmund) mit zu. Nach knapp drei Stunden Fahrt kamen wir um 11:00 Uhr am Bahnhof Kassel Wilhelmshöhe an und nach einem Umstieg dort in die RE98 erreichten wir gegen 12:25 Uhr unseren Zielort Stadtallendorf im hessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf. Die Zeit bis zum Anpfiff der Partie wurde wie üblich mit einem kleinen Rundgang durch die Stadt überbrückt auf dem wir folgende Sehenswürdigkeiten besucht haben: Altes Bahnhofsgebäude, Marktplatz mit Brunnen und Stadtbücherei, Evangelische Kirche Stadtallendorf, Stadthalle mit Rathaus, Park an der Stadthalle mit Ehrenmal sowie den Kreisverkehr mit Brunnen und Pusteblume. Vom letzten Besichtigungspunkt waren es dann auch nur noch wenige Meter bis zum Stadion welches wir um 13:00 Uhr erreichten. In kürze zunächst alles rund ums Stadion: Der Eintritt kostete 9,00 Euro (Stehplatzkarte) und an den Imbissbuden konnte man Bratwurst, Rindswurst, Softgetränke und Licher Pils kaufen. Nachdem wir zunächst das kulinarische Angebot getestet hatten drehten wir noch unsere Fotorunde und stellten uns dann auf die Gegengerade um von dort die Partie zu schauen.
Am 21. Spieltag traf der Tabellenletzte (18.) TSV Eintracht Stadtallendorf auf den Zweiten 1.FC Saarbrücken und von Beginn an wurde es eine ausgeglichene Partie in der sich die Gastgeber nicht versteckten sondern selbst zu Möglichkeiten kamen. Die Gäste zwar mit mehr Ballbesitz brauchten ein wenig um die Abwehr der Hausherren zu knacken. In der 18. Minute kombinierte sich Saarbrücken mal schön in den Sechzehner in dessen Verlauf der Keeper Stadtallendorfs den Schuss nur nach vorne abklatschen konnte und Sebastian Jacob den zweiten Versuch dann im Tor zum 1:0 unterbrachte. Bis zur Halbzeit sollten zwar keine Tore mehr fallen, doch konnte man im großen und Ganzen von einem munteren ersten Abschnitt sprechen. Auch in Halbzeit zwei hielten die Gastgeber lange mit und machten dem Aufstiegsfavoriten das Leben das ein um andere Mal schwer. Erst in der Schlussphase ließen so langsam die Kräfte bei Stadtallendorf nach und spätestens mit dem Platzverweis in der 82. Minute (Gelb Rot für Kevin Vidakovics) schlug das Pendel komplett in Richtung Gäste. Saarbrücken drückte jetzt auf das 2:0 welches in der 85. Minute auch fallen sollte. Nachdem die Gastgeber den Ball nicht aus der eigenen Hälfte bekommen hatten stand auf einmal Fanol Perdedaj frei vor dem Keeper der Eintracht doch statt selbst abzuschließen legte er den Ball links auf Sebastian Jacob der dann nur noch einschieben brauchte. In der Nachspielzeit fiel dann noch das 3:0 als ein langer Ball von einem Abwehrspieler des TSV zu kurz abgewehrt wurde und Tobias Jänicke den Ball dann gefühlvoll über den zu weit raus gekommenen Torhüter im Gehäuse unterbrachte. Der TSV Eintracht Stadtallendorf muss sich nach großen Kampf spät dem Favoriten geschlagen geben und bleibt mit 15 Punkten weiter Tabellenletzter (dabei aber nur drei Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz). Der 1.FC Saarbrücken hingegen bleibt auch nach dem Auswärtssieg erster Verfolger des SV Waldhof Mannheim auch wenn der Abstand zum Tabellenführer weiterhin acht Punkte beträgt.
Zum heutigen Heimspiel fanden sich 1.378 Zuschauer, darunter auch gut 300 Fans aus Saarbrücken, im Herrenwaldstadion ein. Die kleine aktive Gruppe Heimfans hatte sich in der Kurve eingefunden und neben vier Zaunfahnen auch ein, zwei Schwenker dabei. Die Gästefans hingegen standen im hinteren Block der Gegengerade (einige hatten sich auch auf der Haupttribüne eingefunden), hatten den Zaun ordentlich beflaggt und präsentierten das ganze Spiel über ihre mitbrachten Schwenker. Supportmäßig kann man den Gästefans heute einen starken und durchgehenden Auftritt attestieren während die Kleine Gruppe Heimfans fast gar nicht in Erscheinung trat.
Auf dem Weg zurück zum Bahnhof kamen wir noch am Dokumentations- und Informationszentrum (ein Museum) vorbei ehe wir gegen 16:40 Uhr die RE30 zurück nach Kassel Wilhelmshöhe nahmen. In Kassel verlängerten wir unseren Aufenthalt um eine Stunde da Mike noch eine Pizza essen wollte und so fuhren wir erst um 19:03 Uhr weiter ins Ruhrgebiet. Über Dortmund und Bochum (hier verabschiedeten sich nacheinander Peter und Mike) kamen wir gegen 22:20 Uhr in Duisburg an wo ich mich auch von Björn verabschiedete und mit der Regio weiter nach Oberhausen fuhr. Am HBF Oberhausen angekommen schnell ins Auto und zurück nach Buschhausen wo ich um 23:00 Uhr ankam.
Beste Grüße gehen dieses Mal nach Duisburg an Björn, nach Dortmund an Peter sowie nach Bochum an Mike.
Stadion:
Das Herrenwaldstadion (benannt nach einem Waldgebiet südöstlich von Stadtallendorf) befindet sich westlich des Stadtzentrums im Heinz-Lang-Park und kommt als Oval mit Kieslaufbahn und Rasenbelag daher. Prunkstück des Stadions ist die überdachte Haupttribüne mit ihren zehn Reihen Holzbohlen wobei die ersten vier Reihen durch einen Spielertunnel unterbrochen sind. Besondere Details der Tribüne sind die massiven Glasschreiben an den Tribünenseiten sowie das gusseiserne Geländer welches vorne an die Tribüne montiert wurde. Die Gegengerade besitzt ebenfalls Ausbau in Form von fünf Stufen, die noch ein kleines Stück in die östliche Kurve verlaufen. Kurios ist, dass nur im Gästeblock die Stufen asphaltiert sind während im Heimbereich die Stufen mit Erde und Kies verfüllt wurden. Die östliche Kurve verfügt noch über einen kleinen Graswall und Geländer während die westliche Kurve nur über ein Geländer verfügt an das man sich stellen kann um die Spiele zu verfolgen. Neben einer Flutlichtanlage besitzt das Stadion auch eine mobile Videowand, die sich im nordöstlichen Bereich der Heimkurve befindet. Fassungsvermögen: 5.000 Plätze (400 Sitz und 4.600 Stehplätze).
Verein:
Größter Erfolg des 1956 gegründeten Vereins (entstand aus einer Fusion zwischen dem FV Eintracht Allendorf und dem TSV Blau Weiß Allendorf) war der Aufstieg in die Gruppenliga Hessen zur Saison 1965/66 die zu diesem Zeitpunkt die vierthöchste Klasse war und in der man fünf Jahre spielte (1965 bis 1970). Nach dem Abstieg dauerte es acht Jahre bis man die Rückkehr in die Vierte Liga (jetzt Landesliga Hessen genannt) schaffte und sich diesmal für dreizehn Jahre dort hielt (1978 bis 1991). Dem zweiten Abstieg 1991 folgte 1998 der dritte Aufstieg in die Landesliga Hessen die zu diesem Zeitpunkt aber nur noch die sechsthöchste Klasse war. Nach zehn Jahren (1998 bis 2008) gelang zur Saison 2008/09 der Aufstieg in die Hessenliga (fünfthöchste Klasse) in der man neun Jahre spielte (2008 bis 2017). Den letzten großen Erfolg konnte der Verein dann in der Saison 2016/17 feiern als man sich als Vizemeister der Hessenliga (der Meister SC Hessen Dreieich hatte auf den Aufstieg verzichtet) für die Regionalliga Südwest qualifizieren konnte und so nach knapp 26 Jahren wieder viertklassig spielen durfte. Zur aktuellen Saison 2018/19 geht der Club somit in sein zweites Jahr in der Regionalliga.
Anfahrt:
Adresse: Stadionweg, 35260 Stadtallendorf
Für Bahnfahrer: Vom Bahnhof Stadtallendorf rechts auf die Niederkleiner Straße und hier bis zu einem Kreisverkehr laufen. Dort rechts auf die Herrenwaldstraße und dem Straßenverlauf folgen bis man links in eine Zufahrtsstraße kann. Dort den Weg folgen bis das Stadion auf der linken Seite erscheint (Fußweg ab Bahnhof: Ca. 10 Minuten).