SV Atlas Delmenhorst 2 ( 0:1 )
MTV Wolfenbüttel 1
Liga: Oberliga Niedersachsen, 06.Spieltag
Datum: Samstag 15. September 2018
Anstoß: 15:00 Uhr
Stadion: Städtisches Stadion Düsternortstraße Delmenhorst
Zuschauer: 681 (ca. 50 Gästefans) 12.000 Plätze
Statistik: 560. Ground, 946. Spiel (Oberliga Niedersachsen: 3 von 16)
Bericht:
An diesen Wochenende stand mit Björn aus Duisburg die zweitägige Niedersachsentour auf dem Programm welche man schon Ende Juli zu großen Teilen geplant hatte. Als Hauptziel hatte man sich dabei das Städtische Stadion Düsternortstraße des SV Atlas Delmenhorst rausgesucht, der am Samstag in der Oberliga Niedersachsen gegen den MTV Wolfenbüttel spielen sollte. Beim weiteren Durchforsten der Ligen fiel uns dann auf, dass auch der TSV Havelse am besagten Wochenende ein Heimspiel in der Regionalliga Nord hat und zu unseren Glück war das Spiel auch schon auf den Sonntag terminiert worden. Da die beiden Ziele früh feststanden konnte sich Björn um die Bahntickets und das Hotel für die Übernachtung kümmern welche wir in Hannover tätigen wollten. Am Samstagmorgen brachte mich mein Vater frühzeitig nach Duisburg zum HBF wo ich noch ein wenig Proviant einkaufte und mich dann am Gleis mit Björn traf. Um 08:51 Uhr fuhren wir mit dem IC2408 nach Bremen und von dort weiter mit der Regio nach Delmenhorst wo wir um 12:30 Uhr ankamen. Wie immer wurde die reichlich vorhandene Zeit bis zum Spielbeginn damit verbracht, die Stadt zu erkunden auf der wir folgende Sehenswürdigkeiten gesehen haben: City Hotel (Altes Backsteingebäude), Delmenhorster Wasserturm, Katholische Kirche St. Marien, Evangelische Stadtkirche zur heiligen Dreifaltigkeit mit Obelisk, Altes Gebäude des deutschen Roten Kreuz, Tee-Haus, Gebäude des Delmenhorster Kreisblatts, Altes Fachwerkhaus auf der Einkaufsstraße (Buchladen), Rathaus und Markthalle Delmenhorst sowie Gebäude des Katasteramtes, Amtsgericht und der Graftenpark mit alten Gebäuden und Gräflichen Gartenhaus. Während unseres Stadtrundgangs hielten wir auch kurz an einem Intersportgeschäft an in dem sich auch ein kleiner Fanshop des SV Atlas befand. Hier kauften wir uns Schals und Aufkleber ehe wir weiter die Stadt erkundeten. Um 14:25 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Stadion welches wir um 14:40 Uhr erreichten. In kürze zunächst alles rund ums Stadion: Der Eintritt kostete 8,50 Euro (schöne Eintrittskarte) und an den Verkaufsständen wurde neben Bratwürste auch Softgetränke sowie Haacke Beeck Pils verkauft. Nach unserer Fotorunde entschieden wir jeweils eine Halbzeit von der Gegengerade und die andere von der Hauptseite aus zu schauen.
Am sechsten Spieltag kam es zum Verfolgerduell in der Oberliga Niedersachsen, denn der Sechste SV Atlas Delmenhorst traf auf den Fünften MTV Wolfenbüttel. Die ersten zwanzig Minuten gehörten klar den Hausherren, die früh die Kontrolle übernahmen, aber vor dem Tor eher glücklos agierten. Anders die Gäste die zwar etwas brauchten um in die Partie zu finden, dafür aber effektiver ihrer Torchancen nutzten als man in der 33. Minute mit 1:0 in Führung ging und diese auch in die Halbzeit mitnahm. Im zweiten Abschnitt drückte Atlas früh auf den Ausgleich der dann auch in der 56. Minute gelang. Wolfenbüttel geriet danach mehr und mehr unter Druck und schaffte es nicht mehr ihre Konter sauber durchzuspielen. Ab der 70. Minute wurde es dann noch schwerer für die Gäste als zunächst einer ihrer Spieler mit der Ampelkarte zum vorzeitigen Duschen geschickt wurde und in der 72. Minute Delmenhorst das mittlerweile verdiente 2:1 erzielte. In der Schlussphase hatte Atlas noch die Gelegenheit die Partie deutlicher zu gestalten, doch auch so reichte es am Ende zum Heimsieg da vom MTV fast gar nichts mehr kam. Der SV Atlas Delmenhorst gewinnt am Ende sein Heimspiel nicht unverdient mit 2:1 und klettert auf Platz vier mit drei Punkten Rückstand auf Tabellenplatz Eins. Der MTV Wolfenbüttel hingegen verliert nicht nur das Auswärtsspiel sondern rutscht auch von Platz fünf auf Platz Acht ab.
Zum heutigen Heimspiel fanden sich 681 Zuschauer, darunter auch gut 50 Fans aus Wolfenbüttel, im Stadion des SVA ein. Der aktive Kern der Heimfans hatte sich auf der Haupttribüne eingefunden und dort mehrere Zaunfahnen aufgehängt ("Forza SVA BGR Delmenhorst" (blau gelbe Schrift auf gelb blauen Grund), "S.V. Atlas Kultclub" (blaue Schrift auf gelben Grund inklusive Spielszene mit zwei Fußballern), "Atlas Fan Club Blau Gelb Reloaded" (blau gelbe Schrift auf gelb blauen Grund mit Vereinswappen) sowie eine blau gelbe Fahne im Stil des englischen Union Jack). Am Rand der Tribüne hatte sich dann noch ein zweiter Fanblock gebildet der ebenfalls eine Zaunfahne präsentiert ("Block H Delmenhorst" (weiße Schrift auf schwarzen Grund mit SVA Schriftzug im Lorbeerkranz)). Zu Spielbeginn zeigte BGR dann auch eine kleine Choreo bestehend aus einer kleinen Blockfahne mit der Aufschrift "BGR Einmal Atlas immer Atlas" (blau gelbe Schrift auf gelb blauen Grund mit Wappen) sowie mehreren großen und kleinen Schwenkern. Abgerundet wurde das ganze mit einen Konfettiregen. Ein Teil der Gästefans hatte sich auf der Gegengerade auf Höhe der Eckfahne positioniert und dort ihre beiden mitbrachten Zaunfahnen aufgehängt ("Teufelskerle grüßen den MTV" (schwarze Schrift auf weißen Grund mit Vereinswappen des MTV Wolfenbüttel sowie des SV Kissenbrück) und "#knalldiescheißerein" (schwarze Schrift auf weißen Grund)). Supportmäßig konnte man den Heimfans trotz gelegentlicher Pausen heute einen recht guten Auftritt attestieren während die Gästefans nur beim Torjubel kurz laut wurden.
Nach Spielende liefen wir wieder in die Stadt und weiter zum Bahnhof wo wir zunächst die Regio zurück nach Bremen nahmen und dort um 19:15 Uhr in den ICE1135 nach Hannover einstiegen. Nach einer recht kurzen Fahrt kamen wir gegen 19:45 Uhr in Hannover an wo wir zunächst zum Hotel (Hotel Alpha) liefen um dort für die Nacht einzuchecken. Auf unseren Zimmern gab es dann noch eine kleine Überraschung in Form eines Stück Käsekuchens, den die Hotelbetreiberin am morgen noch gebacken hatte. Den Abend ließen wir dann im Maredo auf der Georgstraße bei gutem Essen und kühlen Getränken ausklingen. Gegen 22:30 Uhr ging es zurück zum Hotel wobei wir vorsichtshalber ein Taxi nahmen (gerade die Unterführung am HBF war mir schon auf dem ersten Weg zum Hotel nicht ganz geheuer gewesen). Im Hotel kurz mit Björn die wichtigen Daten für den morgigen Sonntag besprochen ging es dann aufs Zimmer und in den wohlverdienten Schlaf.
Stadion:
Das Städtische Stadion Düsternortstraße (benannt nach einer angrenzenden Straße) befindet sich im Delmenhorster Stadtteil Düsternort zwischen Wohnhäusern und einer Eisenbahnlinie (Museumsbahn) und kommt als Oval mit Tartanbahn und Rasenbelag daher. Prunkstück des Stadions ist die überdachte Haupttribüne mit ihren acht Reihen roten Schalensitzen (sind in der Mitte durch einen alten Spielertunnel unterteilt) die etwas nach hinten versetzt zum Spielfeld steht. Das Dach besteht aus einer Holzunterkonstruktion und Wellblechplatten als Dachabdeckung. Vor der Tribüne findet man noch drei flache Stehstufen, die über die komplette Hautseite verlaufen und im Außenbereich über eine vierte zusätzliche Stufe verfügen. Die Gegengerade besitzt in der Mitte ein großes Backsteingebäude, in dem sich neben den Umkleiden auch das Vereinsheim und die Sprecherkabine befindet. Der freie Platz vor dem Gebäude ist ebenerdig begehbar, während in den Außenbereichen vier flache Stehstufen vorhanden sind. Auch die Kurven verfügen über Ausbau in Form von vier Stufen, die die Stufenbereiche der beiden Längsseiten miteinander verbinden. Ein nettes Detail findet man noch hinter einer Eckfahne auf der Gegengerade, denn dort steht ein altes Barackengebäude welches als "Werkstatthof" genutzt wird und an der Wand Plaketten mit Namen bekannter Fußballvereine besitzt. Eine Flutlichtanlage ist zwar nicht vorhanden, dafür aber eine einfache Steckanzeigetafel, die sich an der Scheibe der Sprecherkabine befindet. Fassungsvermögen: 12.000 Plätze (900 Sitz und 11.100 Stehplätze).
Verein:
Größter Erfolg des 1973 gegründeten Vereins (entstand aus einer Fusion zwischen dem SSV Delmenhorst (zwei Jahre Verbandsliga Bremen als zweithöchste Klasse (1947 bis 1949) und 13 Jahre Amateuroberliga Niedersachsen als zweithöchste Klasse (1949 bis 1956 und 1958 bis 1964 (in der Saison 1963/64 nur noch drittklassig)), dem FC Roland Delmenhorst (ein Jahr Verbandsliga Bremen als zweithöchste Klasse (1948/49), acht Jahre Amateuroberliga Niedersachsen als zweithöchste Klasse (1949 bis 1957) und einmaliger Gewinn des Verbandspokals Niedersachsen 1968) und dem VSK Bungerhof) war der Aufstieg in die Oberliga Nord zur Saison 1976/77 die zu diesem Zeitpunkt die dritthöchste Klasse war und in der man sieben Jahre spielte (1976 bis 1983). Nach dem Abstieg 1983 in die Verbandsliga Niedersachsen konnte man nach drei Jahren (1983 bis 1986) den Wiederaufstieg in die Oberliga Nord feiern doch nach zwei Jahren (1986 bis 1988) ging es schon wieder runter in die Verbandsliga in der man von 1988 bis 1995 spielte (sieben Jahre; in der Saison 1994/95 Oberliga Niedersachsen / Bremen). 1995 schaffte der Verein den Aufstieg in die drittklassige Regionalliga Nord und ging dort von 1995 bis 1998 nochmals für drei Jahre auf Punktejagd. Dem Abstieg aus der Regionalliga 1998 folgte schon 1999 der freiwillige Rückzug aus der Oberliga Niedersachsen / Bremen in die fünftklassige Niedersachsenliga West. Der Verein benannte sich in Delmenhorster SC um, musste aber nach drei Jahren im Jahr 2002 Insolvenz anmelden und wurde daraufhin aus dem Vereinsregister gelöscht. Ein weiterer Erfolg war die einmalige Teilnahme am DFB Pokal 1980/81 mit dem Aus im Achtelfinale beim VfL Borussia Mönchengladbach (1:6). Als Nachfolger wurde Eintracht Delmenhorst gegründet der die Jugend des Delmenhorster SC aufnahm und ab 2003 in der Kreisliga an den Start ging. Hier spielte man bis 2008 (fünf Jahre) ehe man wegen erneuter finanzieller Probleme die erste Mannschaft in die 1. Kreisklasse zurückzog und ab 2009 gar keine Mannschaft mehr stellte. Im gleichen Jahr sollte die Fußballsparte der Eintracht aufgelöst werden was schlussendlich den Weg frei machte für eine Neugründung des SV Atlas Delmenhorst im Jahr 2012 (man übernahm die ausgegliederte Fußballabteilung von Eintracht Delmenhorst und den Startplatz in der 1 Kreisklasse). Größter Erfolg des neuen Vereins war dann auch der Aufstieg in die fünftklassige Oberliga Niedersachsen zur Saison 2017/18 in der man aktuell in sein zweites Jahr geht.
Anfahrt:
Adresse: Düsternortstraße 55, 27755 Delmenhorst
Für Bahnfahrer: Vom Bahnhof Delmenhorst mit der Buslinie 202 (Brendel) bis zur Haltestelle Stadion fahren und dort aussteigen. Die Haltestelle befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Stadion.
Anmerkung: Samstags fahren die Busse halbstündlich, Sonntags Stündlich.