VfR Bürstadt 2 ( 1:0 )
FSG Riedrode 0
Liga: Kreisoberliga Bergstraße, 06.Spieltag
Datum: Sonntag 09. September 2018
Anstoß: 15:15 Uhr
Stadion: Robert-Kölsch-Stadion Bürstadt
Zuschauer: 320 (ca. 100 Gästefans) 12.000 Plätze
Statistik: 557. Ground, 943. Spiel (Kreisoberliga Bergstraße: 1 von 16)
Bericht:
Die Länderspielpause wurde an diesem Wochenende dafür genutzt um mit meinem Vater die traditionelle Herbsttour durchzuführen welche wir diesmal von Anfang Oktober in den September verlegten. Als Reiseziel hatten wir uns auf das Robert-Kölsch-Stadion des VfR Bürstadt geeinigt welches leider im Sommer 2019 geschlossen und danach abgerissen werden soll. Nachdem ich unter der Woche die Bahnverbindungen gescheckt hatte kamen wir zu dem Schluss diesmal mit dem Auto anzureisen was uns eine enorme Zeitersparnis zur Bahnfahrt einbrachte. So machten wir uns am Sonntagmorgen gegen 11:00 Uhr von Oberhausen Buschhausen auf dem Weg nach Südhessen. Über die A42, A3 und A67 kamen wir nach knapp dreieinhalb Stunden sowie 287 gefahrenen Kilometern (unterwegs machten wir noch eine kurze Rast) in Bürstadt am Stadion an wo wir das Auto in unmittelbarer Nähe abstellten und dann zum Eingang liefen. In kürze zunächst alles rund ums Stadion: Der Eintritt kostete vier Euro und neben Bratwürste wurden auch Softgetränke sowie Eichbaum Pils verkauft. Während auf dem Feld noch die letzten Minuten der Partie der Zweiten Mannschaft liefen drehten wir schon mal unsere Fotorunde auf der wir einige nette Details und Blickwinkel fanden und auf Bild festhielten. Pünktlich zum Anpfiff fanden wir uns dann auf der Gegengerade ein um von dort das Spiel der Ersten zu schauen.
Am sechsten Spieltag der Kreisoberligasaison 2018/19 kam es im Robert-Kölsch-Stadion nicht nur zu einem Spitzenspiel sondern auch zu einem echten Stadtderby, denn der Vierte VfR Bürstadt traf auf den Nachbarn und Fünften FSG Riedrode (beide Anlagen liegen nur zwei Kilometer voneinander entfernt) und von Beginn an wurde es eine flotte Partie in der die Hausherren schon nach drei Minuten mit 1:0 in Führung gingen. Die Gäste zeigten sich vom frühen Gegentreffer unbeeindruckt und hatten in der Folgezeit sogar mehr vom Spiel. Einzig in der Chancenauswertung taten sich beide Teams ein wenig schwer sodass es nach 45 Minuten nur 1:0 stand. Im zweiten Abschnitt erhöhte Riedrode nochmals den Druck doch gegen gut sortierte Hausherren war es schwer gute Chancen zu erzielen. Bürstadt hingegen setzte in der Folgezeit vermehrt auf Konter und das sollte am Ende den Erfolg ausmachen. In der 84. Minute nutzte der VfR einen Fehler des zu weit aufgerückten gegnerischen Torhüters um per 18 Meter Heber das 2:0 zu erzielen. In der Nachspielzeit wurde es dann noch mal hektisch als zunächst Riedrode einen Handelfmeter vergab (92. Minute) und zum Schluss noch ein Spieler der Gastgeber mit der Ampelkarte des Feldes verwiesen wurde (97. Minute). Am Ende blieb es dann auch beim 2:0 für den VfR Bürstadt der dank des Derbysiegs in der Tabelle auf Platz drei springt während die FSG Riedrode einen Patz einbüßt und jetzt Sechster ist.
Zum Stadtderby fanden sich an diesem Tag 320 Zuschauer, darunter auch knapp 100 Fans aus dem benachbarten Riedrode, im Robert-Kösch-Stadion ein. Organisierter Support trotz stattlicher Kulisse Fehlanzeige.
Nach Spielende ging es für uns zum Auto und die 287 Kilometer zurück nach Oberhausen Buschhausen wo wir gegen 21:00 Uhr ankamen.
Stadion:
Das Robert-Kölsch-Stadion (benannt nach dem langjährigen Mäzen des Vereins Robert Kölsch) befindet sich am östlichen Rand der Stadt zwischen zwei Wohngebieten und kommt als Oval ohne Laufbahn und mit Rasenbelag daher. Schon vor dem Betreten fällt dem Besucher der großzügige Eingangsbereich mit Kassenhäuschen und schmiedeeisernen Toren auf welcher in den Vereinsfarben schwarz und weiß gehalten ist. Oberhalb der Toreinfahrt gibt es ein Schild welches neben einem alten Vereinswappen auch einen Fußball sowie den Namen des Stadions ("Robert Kölsch Stadion") beherbergt. Das Dach ist stufenförmig angelegt und besitzt auf der Spitze ebenfalls einen Fußball. Prunkstück des Stadions ist aber die überdachte Sitztribüne mit ihren zehn Reihen blauen Schalensitzen welche über zwei Treppenaufgänge an den Seiten zu erreichen sind. Nette Details der Tribüne sind die geschwungene Rückwand, die verglasten Seitenwände sowie der "VfR 1910 Bürstadt e.V." Schriftzug an der Vorderkante der Tribüne welcher von zwei Vereinswappen flankiert wird. Die Tribüne selbst wird durch zwei Stehplatzblöcke flankiert wobei die rechte sieben und die linke neun Stufen aufweist. Die ersten fünf Stufen gehen noch vor der Tribüne weiter, sind aber in der Mitte durch den Spielertunnel unterbrochen. Abgerundet wird die Hauptseite durch eine gemauerte Sprecherkabine, die sich links neben der Tribüne im Stehplatzblock befindet. Weiteren Ausbau gibt es in der Nordostecke in Form von zehn Stehstufen die zur Hälfte in der Kurve und ein Stück in der Gegengerade liegen. Die Gegengerade selbst sowie die zweite Kurve besitzen keinen sichtbaren Ausbau mehr, da dieser unter der sich ausbreitenden Natur verschwunden ist. In der nördlichen Kurve befinden sich noch diverse Gebäude sowie die alte manuelle Anzeigetafel des Stadions welche noch über eine große runde Uhr verfügt. Ein Flutlicht besitzt das Stadion dagegen nicht. Leider sind die Tage dieser recht schönen und vor allen traditionsreichen Anlage gezählt, denn ab 2019 soll mit dem Abriss begonnen werden, damit auf dem Gelände ein neuer Bildungs- und Sportcampus entstehen kann. Fassungsvermögen: 12.000 Plätze (850 Sitz und 11.150 Stehplätze).
Verein:
Größte Erfolge des Vereins waren zwölf Jahre Bezirksklasse als zweite Liga hinter der Gauliga (1933 bis 1938 Südhessen, 1938 bis 1940 Rheinpfalz, 1940 bis 1945 1.Klasse Starkenburg / Südhessen), ein Jahr Landesliga Hessen als zweithöchste Klasse (1946/47), zwei Jahre Regionalliga Süd als zweithöchste Klasse (1972 bis 1974) und vier Jahre 2. Bundesliga (1977/78, 1979 bis 1981 (Staffel Süd) und 1984/85). Weitere Erfolge waren 29 Jahre Oberliga Hessen als dritthöchste Klasse (1956/57, 1959 bis 1967 (bis 1965 1. Amateurliga Hessen), 1968 bis 1972, 1974 bis 1977 (bis 1977 Hessenliga), 1978/79, 1981 bis 1984 und 1985 bis 1994), die sechsmalige Teilnahme am DFB Pokal 1975/76, 1977/78, 1978/79, 1980/81, 1981/82 und 1985/86 wobei man einmal die dritte Runde erreichte (1981/82 1.FC Bocholt 1:3) sowie der einmaliger Gewinn der deutschen Amateurmeisterschaft 1975 (fünf Teilnahmen) und der zweimalige Gewinn des Verbandspokal Hessen (1975 und 1977). Ab 1994 spielte man noch für fünf Jahre in der nun viertklassigen Oberliga Hessen (1994 bis 1996, 1997 bis 1999 und 2001/02) ehe man nach finanziellen Schwierigkeiten ab der Saison 2008/09 nur noch in der Kreisliga spielte. Es folgte ein letztes Hoch mit vier Aufstiegen in sechs Jahren (zwei Jahre Kreisoberliga (2009 bis 2011), zwei Jahre Gruppenliga Darmstadt (2011 bis 2013) und ein Jahr Verbandsliga Hessen Süd (2013/14)). In der Verbandsliga wurde man auf direkt Meister und hatte sich somit sportlich für die Hessenliga qualifiziert. Am Ende verzichtete man aber aus finanziellen Aspekten auf den Aufstieg und zog sich freiwillig in die Kreisoberliga Bergstraße zur Saison 2014/15 zurück in der man zur aktuellen Saison in sein fünftes Jahr geht.
Anfahrt:
Adresse: Nibelungenstraße 199, 68642 Bürstadt
Für Bahnfahrer: Vom Bahnhof Bürstadt zunächst links auf die Nibelungenstraße abbiegen und den Straßenverlauf folgen bis das Stadion auf der rechten Seite erscheint (Fußweg ab Bahnhof: Ca. 20 Minuten).