BTSV Eintracht Braunschweig 2 ( 1:0 )
SSV Jahn Regensburg 1
Liga: 2.Bundesliga: 25.Spieltag
Datum: Sonntag 04. März 2018
Anstoß: 13:30 Uhr
Stadion: Eintracht-Stadion Braunschweig
Zuschauer: 18.560 (ca. 300 Gästefans) 23.325 Plätze
Statistik: 527. Ground, 896. Spiel (2.Bundesliga: 10 von 18)
Bericht:
Am ersten Märzwochenende stand für Björn und mich die erste größere Wochenendtour auf der Agenda und als Ziel hatte man sich den Braunschweiger Raum in Niedersachsen rausgesucht. Hauptziel sollte dabei das Stadion des MTV Wolfenbüttel sein welches wohl nach der Saison geschlossen und dann einem umfangreichen Umbau unterzogen werden soll. Als zweites Ziel wollte man dann endlich mal ein Heimspiel des BTSV Eintracht Braunschweig sehen, zu dem man ebenfalls kleine Sympathien hegt. Außerdem bot es mir die Gelegenheit das Eintracht-Stadion von Braunschweig auf Björn gut zu machen. Im Laufe der nächsten Wochen buchte Björn dann für uns neben dem Hotel in Wolfenbüttel auch die Fahrkarten für das Wochenende doch je näher das Wochenende kam, desto mehr sollte uns das eisige Winterwetter einen Strich durch die geplante Tour machen, denn zwei Tage vor der Abreise kamen die ersten Spielabsagen durchs Internet geflattert, so auch die Partie beim MTV Wolfenbüttel. Schnell wurden Alternativen gesucht doch auch die fielen schneller aus als man dafür planen konnte. Am Ende hagelte es sogar eine Generalabsage für den gesamten Amateurbereich und so blieb nur noch das Zweitligaspiel von Eintracht Braunschweig und dem SSV Jahn Regensburg über. Björn war über diese neueste Entwicklung der Tour natürlich nicht sonderlich erbaut, da er bei einem Revisit immer auch einen neuen Ground machen möchte, doch am Ende akzeptierte er die neue Situation und wollte mir zumindest einen neuen Ground ermöglichen. Am Samstagmorgen brachte mich mein Vater gegen 06:30 Uhr zum HBF Duisburg wo ich mich alsbald mit Björn am entsprechenden Gleis traf. Um 07:09 Uhr nahmen wir den ICE543 der uns zunächst zum HBF Hannover bringen sollte. Dort gegen 09:30 Uhr angekommen fuhren wir um 10:00 Uhr mit dem RE weiter nach Braunschweig wo wir ein letztes Mal in den Nahverkehr umstiegen, der uns nach Wolfenbüttel brachte. Am Zielort Wolfenbüttel kamen wir dann um 11:10 Uhr an wo wir uns zunächst die Hauptkirche Beatae Mariae Virginis von innen anschauten. Um 12:00 Uhr liefen wir dann zurück zum Bahnhof in dessen Nähe unser Hotel (Rilano 24/7) lag. Dort konnten wir nach dem einchecken sofort unsere Zimmer beziehen und nach einer kurzen Pause ging es für uns dann auf die richtige Stadtbesichtigung auf der wir folgende Sehenswürdigkeiten besichtigt haben: St. -Petrus-Kirche, Kornmarkt, Lessing-Theater, Grundschule Harztorwall, Holzmarkt mit St. -Trinitatis-Kirche (auch von innen), Gebäude und Innenhof des Braunschweiger Landesvereins, Stadtmarkt mit Ratskeller und Herzog August Denkmal, Lessingplatz mit Zeughaus, Bürgermuseum, Herzog August Bibliothek und Lessinghaus, Okerwehr, Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde St. Johannis Wolfenbüttel sowie das Schloss Wolfenbüttel inklusive Schlossmuseum (hier mussten wir am Eingang aber einen Erlaubnisschein zum Fotografieren ausfüllen). Darüber hinaus gibt es in der Altstadt viele schöne Gassen und Fachwerkhäuser zu sehen. Nach dem Besuch des Schlossmuseums setzten wir uns am Schlossplatz noch in die Schloss Schänke wo wir den frühen Abend bei leckern Essen und kühlen Getränken ausklingen ließen. Nach dem Abendessen liefen wir zurück zum Hotel und nachdem noch alles wichtige für den morgigen Sonntag besprochen war ging es auf die Zimmer und ins Bett.
Am nächsten Morgen trafen wir uns gegen 09:00 Uhr zum Frühstück und um 10:30 Uhr checkten wir im Hotel aus und liefen rüber zum Bahnhof wo wir um 10:50 Uhr den Nahverkehr nach Braunschweig nahmen. Dort kamen wir schon nach 15 Minuten Fahrt an und nachdem wir unsere Rucksäcke am Bahnhof in Schließfach gepackt hatten machten wir uns mit der Straßenbahn direkt auf dem Weg zum Eintracht-Stadion welches wir gegen 11:45 Uhr erreichten. In kürze zunächst alles rund ums Stadion: Der Eintritt kostete 33,00 Euro (Westtribüne) und an den Verpflegungsständen gibt es neben Bratwurst, Krakauer, Currywurst mit Pommes, Pizza sowie Fischbrötchen auch Softgetränke und Wolters Pils zu kaufen. Da ich die Eintrittskarten schon vor Tagen bei einem örtlichen Ticketanbieter besorgt hatte ging es für uns erst mal in den Fanshop wo ich mir neben Aufklebern und dem obligatorischen Schal auch ein Trikot der Eintracht kaufte. Nach einer kleinen Runde im Stadionumlauf ging es für uns auf die Haupttribüne in unseren Block wo wir auf den Anstoß warteten.
Eintracht Braunschweig trudelt in der Laufenden Saison immer weiter Richtung Abstieg, denn nach einer durchwachsenen Hinrunde konnte man aus den ersten sieben Rückrundenpartien gerade mal zwei Siege und ein Remis einfahren (bei vier Niederlagen) und steht als 13. In der Tabelle nur noch zwei Punkte vor dem Relegationsrang 16. Den genau umgekehrten Weg nahm dagegen der heute Gast SSV Jahn Regensburg. Als Aufsteiger zum Start noch im Abstiegskampf verwickelt steigerte man sich im Verlauf der Hinrunde und nach zuletzt vier Siegen und zwei Remis (eine Niederlage) zu Beginn der Rückrunde ist man mit nur einem Punkt Rückstand auf Relegationsrang drei auf einmal heißer Aufstiegsanwärter. Die Rollenverteilung war also klar aber gerade in der ersten halben Stunde fehlte es noch an zwingenden Torchancen. Erst in der 26. Minute gab es den ersten Aufreger als Christoffer Nyman aus acht Metern am Jahn Keeper Andre Weis scheiterte. Kurz darauf meldete sich dann auch der Gast mit der ersten Chance doch auch hier scheiterte Marco Grüttner am stark parierenden Eintracht Keeper Jasmin Fejzic (33. Minute). Drei Minuten später stand es dann 1:0 für die Hausherren als nach einem schönen Kombinationsspiel Suleiman Abdullahi ins Zentrum passte wo Christoffer Nyman aus fünf Metern den Ball unter die Latte jagte. Der Beginn der zweiten Halbzeit gehörte ebenfalls den Braunschweigern die sich einige gute Chancen erspielten, aber auch Glück hatten als Fejzic in der 57. Minute zweimal den Ball aus den Toreck fischte. Die Eintracht blieb dran und erhöhte in der 61. Minute auf 2:0 als Andre Weis zunächst stark gegen den einköpfenden Philipp Hofmann parierte, aber im Nachgang gegen Jan Hochscheidt nur zweiter Sieger blieb, der den Ball aus sechs Metern im Tor unterbrachte. Die Gäste mussten jetzt aufmachen und eröffneten so den Hausherren die Möglichkeit zum kontern doch konnte man aus den gewonnen Freiräumen kaum Nutzen ziehen. So wurde es in der Schlussphase nochmals unnötig spannend als in der 84. Minute der Jahn nochmals die Chance bekam den Anschlusstreffer zu erzielen. Valsvik hatte wohl Al Ghaddioui im eigenen Sechzehner leicht berührt was der Schiedsrichter dazu veranlasste auf dem Elfmeterpunkt zu zeigen. Marvin Knoll nahm sich der Sache an und verwandelte den Strafstoß sicher zum 1:2 Anschlusstreffer. In den letzten Minuten warfen die Gäste zwar noch mal alles nach vorne doch richtig gefährlich wurde es für Braunschweig nicht mehr und so blieb es am Ende beim knappen Heimerfolg für die Eintracht. Durch das 2:1 verschafft sich der BTSV Eintracht Braunschweig etwas Luft im Abstiegskampf und hat als Zwölfter erst mal drei Punkte Vorsprung auf Rang 16. Der SSV Jahn Regensburg hingegen rutscht nach der Niederlage von Platz Fünf auf Platz sechs und hat jetzt vier Punkte Rückstand auf Relegationsrang drei.
Zum heutigen Heimspiel kamen 18.560 Zuschauer, darunter auch gut 300 Fans aus Regensburg, ins Eintracht-Stadion. Beide Fanlager zeigten zu Spielbeginn ihr mitgebrachtes Tifomaterial bestehend aus Schwenkern und Doppelhaltern. Supportmäßig konnte man gerade von den Heimfans von einen sehr guten Auftritt sprechen während die Gästefans kaum zu vernehmen waren. Ein besonders Highlight gab es in der 67. Minute als die Heimfans mit "Deutscher Meister, deutscher Meister in den Farben Gelb und Blau. 1967, das war unser BTSV" Gesängen die einzige deutsche Meisterschaft des Vereins minutenlang besang.
Nach Spielende ging man noch runter zum Zaun um mit den siegreichen Eintracht Spielern abzuklatschen und dann machten wir uns auch schon mit der Straßenbahn auf dem Weg zur Altstadt wo wir noch einen kleinen Rundgang machten auf dem wir folgende Sehenswürdigkeiten besuchten: Kirche St. Katharinen, Ruhfäutchenplatz, Burgplatz mit Burg Dankwarderode und Braunschweiger Dom, Kohlmarkt mit Kohlmarktbrunnen und Eulenspiegelhaus mit Glockenspiel sowie Altstadtmarkt mit Kirche St. Martini, Gewandhaus und Altstadtrathaus. Auf dem Weg zum Bahnhof kamen wir noch an der Skulptur "Katzenbalgen" (mundartl. Kattreppeln), am Schloss Braunschweig (mit Figur "Quadriga" auf dem Dach sowie den Reiterstandbildern Herzog Friedrich Wilhelms und Herzog Carl Wilhelm Ferdinands) und der Kath. Pfarrkirche St. Aegidien vorbei. Am Bahnhofsvorplatz noch schnell die Schnellzuglokomotive 01 1063 (Baujahr 1939, EDV Nr. 012 063-3) abgelichtet und dann im Bahnhof noch Proviant für die Rückfahrt eingekauft sowie das Gepäck aus dem Schließfach geholt. Um 18:49 Uhr fuhren wir dann mit dem IC zunächst nach Dortmund wo wir gegen 21:50 Uhr ankamen und dort um 22:10 Uhr in den RE6 stiegen, der uns weiter nach Duisburg brachte. Am HBF Duisburg angekommen wartete schon mein Vater auf uns und nachdem wir Björn noch schnell nach Hause gebracht hatten ging es weiter nach Oberhausen Buschhausen wo man um 23:20 Uhr zu Hause ankam.
Beste Grüße gehen erneut nach Duisburg an Björn.
Stadion:
Das Eintracht-Stadion (benannt nach dem Verein, früher auch Städtisches Stadion an der Hamburger Straße genannt) befindet sich im Braunschweiger Stadtteil Nordstadt zwischen Wohnhäusern und dem Volkswagenwerk und kommt als Oval mit Rasenbelag und blauer Tartanbahn daher. Die überdachte Haupttribüne im Westen besitzt rote Schalensitze und schwarze Klappsitze, die sich in den Mittelblöcken befinden sowie einen Balkon oberhalb der Sitzplätze der mit den VIP Logen verbunden ist. Die Gegengerade ist ebenfalls überdacht und verfügt über blaue und gelbe (bilden den Schriftzug "Braunschweig") Schalensitze wobei die Reihen zu den Ecken hin weniger werden. Die Südkurve des Stadions ist der Heimbereich der aktiven Fanszene und besitzt im gesamten Bereich Stehplätze. Die Nordkurve hingegen besitzt größtenteils blaue Schalensitze während der Eckbereich zur Haupttribüne ebenfalls über Stehplätze verfügt und als Gästeblock ausgeschrieben ist. Beide Kurven sind wie der Rest des Stadions überdacht wobei das Dach der Gegengerade mit dem der Kurven direkt verbunden ist während das Dach der Haupttribüne etwas höher liegt. Alle Tribünen sind über die vier Marathontore miteinander verbunden indem man über den Toren wahlweise Steh bzw. Sitzblöcke installiert hat. Ein schönes Detail bietet noch die Außenfassade der Haupttribüne, die neben einer kompletten Verglasung auch blaue und gelbe Lamellen vor den mittleren Fenstern vorweist (die gleiche Außenfassade hat auch der Kubus auf dem Vorplatz, der neben dem Fanshop auch das Restaurant "Wahre Liebe" beherbergt). Neben vier Flutlichtmasten, die außerhalb in den Ecken stehen und ins Rund hineinragen besitzt das Stadion auch zwei Videowände, die mittig über den Kurven am Stadiondach hängen. Fassungsvermögen: 23.325 Plätze (12.650 Sitz und 10.675 Stehplätze).
Verein:
Größter Erfolg des Vereins war der einmalige Gewinn der deutschen Meisterschaft in der Saison 1966/67. Weitere Erfolge waren elf Jahre Gauliga (1933 bis 1942 Niedersachsen und 1942 - 1944 Südhannover-Braunschweig), 15 Jahre Oberliga Nord (1947 bis 1952 und 1953 bis 1963), 21 Jahre Bundesliga (1963 bis 1973, 1974 bis 1980, 1981 bis 1985 und 2013/14) sowie die 52malige Teilnahme am DFB Pokal wobei man zweimal das Halbfinale erreichte (1980/81 1.FC Kaiserslautern 2:3 und 1989/90 SV Werder Bremen 0:2) und die fünfmalige Teilnahme an der Endrunde zur deutschen Meisterschaft (1905, 1908, 1943, 1944 und 1958) wobei man einmal das Viertelfinale erreichte (1905 TuFC Union 92 Berlin 1:4) Darüber hinaus nahm man einmal am Europapokal der Landesmeister teil (1967/68 Aus im Viertelfinale gegen Juventus Turin im Entscheidungsspiel mit 0:1 (3:2/0:1)), spielte dreimal im UEFA Cup wobei man zweimal das Achtelfinale erreichte (1971/72 Ferencváros Budapest 1:1/2:5 und 1977/78 PSV Eindhoven 0:2/1:2) und holte zweimal den Verbandspokal Niedersachsens (2004 und 2011).
Anfahrt:
Adresse: Hamburger Straße 210, 38112 Braunschweig
Für Bahnfahrer: Vom HBF Braunschweig mit der Straßenbahnlinie 1 (Braunschweig Wenden) bis zur Haltestelle Stadion (Schwarzer Berg) fahren und dort aussteigen. Stadion befindet sich direkt an der Haltestelle.