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    Mein erstes Mal (oder meine Anfänge in der Astronomie)

    Im Heft Magellan 4/2000 stand ein schöner Bericht über das erste Mal von Uwe Pilz. Die Idee find ich so gut, dass ich hier mein "Erstes Mal" schildern möchte.

    Alles Begann so um das Jahr 1980 als Zwölfjähriger als mein (inzwischen leider verstorbener Vater) mir das Sternbild Großer Bär zeigte. Daraufhin wurde in mir das Interesse in die Astronomie geweckt.

    Zuerst kaufte ich mir von meinem wenigen Taschengeld Astronomiebücher (Büdeler - Blick ins Weltall, Welten, Sterne und Planeten sowie Storm Dunlop - Astronomie für Einsteiger). Dann zwei Jahre später wurde der erste Kaufhausrefraktor 50/600mm der Marke Bob für 150DM erworben. Mit diesem Gerät auf azimutaler Montierung und ausziehbaren Holztreibeinstativ konnte man schon Jupiter mit 2 Bändern sowie dessen 4 Monden und Saturn mit Ring sowie die helleren Deep Sky Objekte wie M42 und M31 bewundern. Ich habe hier noch ein Bild gefunden. So in etwa sah er aus:

    Doch dieser Refraktor wich 1983 einem "richtigen" Refraktor 80/1000mm von der Firma Wachter. Das sehr solide gebaute Gerät mit parallaktischer Montierung und Teilkreisen ruhte auf einem schweren orangeroten Metalltreibeinstativ.

    Der Wachter Refraktor 80/1000mm 1983 auf dem Balkon

    Die Optik war auch ansprechend, da u.a. Epsilon Lyra leicht getrennt werden konnte. Weitere Okulare (1,25" und 2") sowie ein 2 Zoll Adapter wurden von einem älteren Sternfreund, den ich auf der Sternwarte Darmstadt kennen lernte, hinzugekauft. Damit konnte man schon sehr viel beobachten. Vor allem die beiden Marsoppositionen 1984 und vor allem 1986 sind mir noch gut in Erinnerung geblieben. Hier konnte ich sehr schön die nördliche Polkappe sowie schwarze "Flecken" auf der Marsscheibe beobachten. Mit diesem Gerät wurden auch einige Deep Sky Objekte ausfindig gemacht, obwohl meine Bedingungen hier in der Großstadt bestimmt nicht optimal sind (4.5 MAG Himmel). Mit der Beobachtung der Sonne und dem zeichnen von Sonneflecken habe ich mich auch versucht. Anbei ein Abschnitt aus meinem Beobachtungsbuch von damals.

    Meine Anfänge in de Astronomie, die Sonnenfleckenzeichnungen

    Damals beobachtete ich mit einem Okularsonnenfilter und dem auf 5cm abgeblendeten Objektiv. Wahnsinnig gefährlich aus heutiger Sicht (Schaue niemals mit einem Fernglas oder Fernrohr direkt in die Sonne).

    1988 bestand ich mein Abitur und meldete mich in Marburg zum BWL Studium an. Damit war erst einmal Schluss mit der praktischen Astronomie und ich verkaufte mein gutes Stück für wenig Geld, da ich zu der damaligen Zeit keine Verwendung mehr dafür hatte. Diesen Entschluss bereue ich heute immer noch ein bisschen.

    Im zweiten Teil möchte ich dann meine Erfahrungen mit dem Optus Refraktor von Lidl beschreiben (dann auch mit Bildern). Mit diesen für den Anfänger und Wiedereinsteiger sehr geeignete Gerät einem 70/700mm Refraktor fand ich Ende 2000 wieder Zugang zur praktischen Astronomie. Vorausgegangen war 1999 das erfolgreiche beobachten der ISS (Internationale Raumstation), der MIR und weiterer Satelliten sowie im August 2000 der Beobachtungstrip auf einer Starparty in den Odenwald.
    Hier noch eine Link von Stephan, der am 12.02. um 1:00 MEZ vom Mond ein paar Bilder mit seiner Genius-Webcam und dem LidlScope gemacht hat.
    Auch ich habe mir eine WebCam, die Philips Vesta Pro 680K inklusive einer 3 Meter langen USB-Verlängerung, angeschafft.

    Die Anzeige: Das LidlScope 2001

    Der Optus-Refraktor (im weiteren LidlScope genant) ist ein Refraktor vom Typ Fraunhofer, wobei die zwei Linsen durch einen Luftspalt getrennt sind. Er hat eine Öffnung von 70mm und einer Brennweite von 700mm. Damit wird ein Öffnungsverhältnis von 1:10 (f/10) erreicht. Das LidlScope besitz einen 6x30 Sucher und ist auf einer parallaktischen Montierung der EQ2 aufgesetzt. Als Stativ dient ein Dreibeinaluminiumstativ. Hier habe ich aus Gründen der Stabilität die mittleren Beine des Alustativs mit Streugut befüllt. Dadurch wurde eine um ca. 40% bessere Stabilität erreicht.

    Zur Grundausstattung gehören ein Kellner Okular mit 20mm Brennweite sowie ein SR-Okular mit 4mm Brennweite (ein modifiziertes Ramsden Okular bestehend aus 2 Linsen). Ich habe mir zusätzlich noch ein Kellner Wide Angle Okular mit 25mm Brennweite und 56° scheinbarem Gesichtsfeld (mein Aufsuchokular) sowie drei Plössl Antares Okulare mit 15mm (mein Galaxienokular), 10mm (mein Sonnenokular) bzw. 6mm (mein Planetenokular) gekauft (je 52° scheinbares Gesichtsfeld). Das 20mm Kellner Okular habe ich zwischenzeitlich im Gebrauchtmarkt bei Astronomie.de verkauft. Das 4mm Okular setzte ich bei engen Doppelsternen und den Mond ein, es hat einen ausgeprägten Farbfehler. Weiterhin habe ich mir ein Mondfilter und einen Objektivsonnenfilter, den ich mir selber gebastelt habe, zugelegt. Als Folie benutze ich die AstroSolarTM Sonnenfilter-Folie von der Firma Baader. Diese Folie ist wirklich von einer sehr guten Qualität. Mit dem LidlScope ist damit z.B. die Granulation auf der Sonnenmitte bei gutem Seeing zu erkennen.

    Mein LidlScope und mein Balkon.

    Hier sehen sie mein LidlScope (aufgenommen mit meiner WebCam) und im Hintergrund auf der Fensterbank mein gebastelter Objektivsonnenfilter. Leider sind in meinem Zimmer die Beleuchtungsverhältnisse nicht so gut. Ich habe ich die kurze biegsame Welle des Teleskops auf die Deklinationsschnecke geschraubt und die lange biegsame Welle zerlegt und nur das Handrad auf die Stundenschnecke geschraubt. Dadurch wird erstens eine wackelfreiere Nachführung in Stunde erreicht und zweitens kann sich das Teleskop ?freier? am nächtlichen Himmel bewegen.


    Zur Beurteilung: Die Optik des Teleskops hat mich bis jetzt sehr begeistert. Es konnte vom Doppelstern e Lyra alle 4 Komponenten einwandfrei getrennt werden. Auch was die Grenzgröße des Teleskops angeht, so bin ich begeistert. Ich konnte u.a. die Galaxien NGC2903 und NGC3628 im Löwen (9MAG und 9.5MAG hell)einwandfrei identifizieren, obwohl ich hier in der Großstadt bestenfalls einen 5 MAG Himmel habe.
    Zwischenzeitlich bin ich im Odenwald unter einem 5m8 Himmel spechteln gewesen und konnte dort die Galaxie NGC4388 in der Virgo einwandfrei identifizieren. Diese Galaxie hat eine visuelle Helligkeit von 11m.
    Schaut auch mal auf meiner Beobachtungsseite vorbei. Dort findet ihr alle Beobachtungen seit Dezember 2000, die ich mit dem LidlScope von meinem Balkon aus in Darmstadt gemacht habe.
    Natürlich hat das LidlScope einen chromatischen Farbfehler, aber das ist bei f/10 normal. Der Farbfehler fällt besonders bei Sonne, Mond und den helleren Planeten Jupiter und Venus auf. Eventuell läßt er sich mit einem Gelbfilter unterdrücken. Dadurch wird wahrscheinlich der Kontrast gemindert. Ich kann auf jeden Fall damit leben.

    Die Montierung macht auch einen sehr stabilen Eindruck und ist absolut richtig dimensioniert für das Fernrohr. Der größte Schwachpunkt aus meiner Sicht ist der 6x30 Sucher. Hier werde ich mir in Zukunft noch was einfallen lassen müssen. Mir schwebt ein 8x50 Sucher vor. Allerdings besteht hier das Problem, wie ich diesen Sucher am LidlScope befestige, ohne es allzu sehr zu verletzten.

    Am 06.06.2001 habe ich nun meinen Lidl auch optisch umgebaut und aus dem Optus ein Optimus gemacht. Die Anleitung dazu bekam ich von Markus A. R. Langlotz. Durch eine 12mm Blende im OAZ wird das Bild vignettiert. Die Blende herausnehmen und von hinten in den OAZ schieben und da befestigen, wo die Durchmesserstufe kommt, also praktisch im OAZ ca. 3cm vom hinteren Ende weg. Danach noch ein gerolltes 15x9,7cm breites matt schwarzes Tonpapier von hinten in den OAZ geschoben. Fertig! Mal sehen, wie sich das LidlScope nach diesem Umbau bewährt. Zumindest die Schärfe/Kontrast scheint erhalten geblieben, was erste Test an Sonne und Tagbeobachtungen zeigten. Das Bild ist spürbar heller.
    Nach den ersten Tests an der Sonne und an Doppelsternen steht folgendes fest: Die Schärfe/Kontrast ist gleich geblieben. Auch der Farbfehler, der durch f/10 entsteht hat sich nicht verschlechtert. Das Bild ist spürbar heller, womit Details auf der Sonne besser erkannt werden können. Durch den Helligkeitsgewinn (ca. 0,5m) wird das Teleskop auch im Deep Sky Bereich mehr bringen.
    Fazit: Der Umbau hat sich gelohnt!

    Und das bin ich, ebenfalls aufgenommen mit der WebCam Philips Vesta 680K (übrigens auch vom Lidl). Ich fotografiere am PC mit einem USB-Verlängerungskabel. Damit erreiche ich eine Gesamtlänge des USB-Kabels von ca. 5 Meter.


    Meine Nachbarschaft - (61 KB) aufgenommen mit der WebCam durch das geschlossene Fenster!

    Hier meine ersten Versuche mit der WebCam Philips Vesta 680K per Okularprojektion am 25mm Kellner Wide Angle durch das LidlScope Bilder vom Mond zu machen. Die Bilder haben alle eine Auflösung von 640x480 und wurden automatisch belichtet. Die unteren Bilder von Mond und Sonne wurde mit einem 15mm Plössl Okular per Okularprojektion aufgenommen.
    Der Mond am 06.03.01 gegen 19:00 MEZ Der Mond am 03.05.01 um 21:01 MESZ
    Die Sonne am 31.03.01 gegen 08.45 MESZ Die Sonne am 01.04.01 gegen 11.49 MESZ

    Viel Spaß bei den astronomischen Beobachtungen sowie immer einen clear sky wünscht Euch Euer Lots