Der Optus-Refraktor (im weiteren LidlScope genant) ist ein
Refraktor vom Typ Fraunhofer, wobei die zwei Linsen durch einen Luftspalt
getrennt sind. Er hat eine Öffnung von 70mm und einer Brennweite von 700mm.
Damit wird ein Öffnungsverhältnis von 1:10 (f/10) erreicht. Das LidlScope
besitz einen 6x30 Sucher und ist auf einer parallaktischen Montierung der EQ2
aufgesetzt. Als Stativ dient ein Dreibeinaluminiumstativ. Hier habe ich aus
Gründen der Stabilität die mittleren Beine des Alustativs mit Streugut befüllt.
Dadurch wurde eine um ca. 40% bessere Stabilität erreicht.
Zur
Grundausstattung gehören ein Kellner Okular mit 20mm
Brennweite sowie ein SR-Okular mit 4mm Brennweite (ein modifiziertes
Ramsden Okular bestehend aus 2 Linsen). Ich habe mir zusätzlich noch
ein Kellner Wide Angle Okular mit 25mm Brennweite und 56° scheinbarem
Gesichtsfeld (mein Aufsuchokular) sowie drei Plössl Antares Okulare mit
15mm (mein Galaxienokular), 10mm (mein Sonnenokular) bzw. 6mm (mein
Planetenokular) gekauft (je 52° scheinbares Gesichtsfeld). Das 20mm
Kellner Okular habe ich zwischenzeitlich im Gebrauchtmarkt bei Astronomie.de
verkauft. Das 4mm Okular setzte ich bei engen Doppelsternen und den
Mond ein, es hat einen ausgeprägten Farbfehler.
Weiterhin habe ich mir ein Mondfilter und einen Objektivsonnenfilter,
den ich mir selber gebastelt habe, zugelegt. Als Folie benutze ich die
AstroSolarTM
Sonnenfilter-Folie von der Firma Baader. Diese Folie ist wirklich von
einer sehr guten Qualität. Mit dem LidlScope ist damit z.B. die
Granulation auf der Sonnenmitte bei gutem Seeing zu erkennen.

Hier
sehen sie mein LidlScope (aufgenommen mit meiner
WebCam) und im Hintergrund auf der Fensterbank mein gebastelter
Objektivsonnenfilter. Leider sind in meinem Zimmer die
Beleuchtungsverhältnisse
nicht so gut. Ich habe ich die kurze biegsame Welle des Teleskops auf
die Deklinationsschnecke geschraubt und die lange biegsame Welle
zerlegt und nur das Handrad auf die Stundenschnecke geschraubt. Dadurch
wird
erstens eine wackelfreiere Nachführung in Stunde erreicht und zweitens
kann
sich das Teleskop ?freier? am nächtlichen Himmel bewegen.
Zur Beurteilung: Die Optik des Teleskops hat mich bis
jetzt sehr begeistert. Es konnte vom Doppelstern e
Lyra alle 4 Komponenten
einwandfrei getrennt werden. Auch was die Grenzgröße des Teleskops
angeht,
so bin ich begeistert. Ich konnte u.a. die Galaxien NGC2903 und NGC3628
im Löwen (9MAG und 9.5MAG hell)einwandfrei identifizieren, obwohl ich
hier in der Großstadt bestenfalls einen 5 MAG Himmel habe.
Zwischenzeitlich bin ich im Odenwald unter einem 5m8 Himmel spechteln
gewesen und konnte dort die Galaxie NGC4388 in der Virgo einwandfrei
identifizieren. Diese Galaxie hat eine visuelle Helligkeit von 11m.
Schaut auch mal auf meiner Beobachtungsseite
vorbei. Dort findet ihr alle Beobachtungen seit Dezember 2000, die ich
mit dem LidlScope von meinem Balkon aus in Darmstadt gemacht habe.
Natürlich hat das LidlScope einen chromatischen Farbfehler, aber das
ist bei f/10 normal. Der Farbfehler fällt besonders bei Sonne, Mond und den helleren Planeten Jupiter
und Venus auf. Eventuell läßt er sich mit einem Gelbfilter unterdrücken. Dadurch wird wahrscheinlich der Kontrast gemindert.
Ich kann auf jeden Fall damit leben.
Die
Montierung macht auch einen sehr stabilen Eindruck und
ist absolut richtig dimensioniert für das Fernrohr. Der größte
Schwachpunkt aus meiner Sicht ist der 6x30 Sucher. Hier werde ich mir in
Zukunft noch was
einfallen lassen müssen. Mir schwebt ein 8x50 Sucher vor. Allerdings
besteht
hier das Problem, wie ich diesen Sucher am LidlScope befestige, ohne es
allzu
sehr zu verletzten.
Am 06.06.2001 habe ich nun meinen Lidl auch optisch umgebaut und aus dem Optus ein Optimus
gemacht. Die Anleitung dazu bekam ich von Markus A. R. Langlotz. Durch
eine 12mm Blende im OAZ wird das Bild vignettiert. Die Blende
herausnehmen und von hinten in den OAZ schieben und da befestigen, wo
die Durchmesserstufe kommt, also praktisch im OAZ ca. 3cm vom hinteren
Ende weg. Danach noch ein gerolltes 15x9,7cm breites matt schwarzes
Tonpapier von hinten in den OAZ geschoben. Fertig! Mal sehen, wie sich
das LidlScope nach diesem Umbau bewährt. Zumindest die Schärfe/Kontrast
scheint erhalten geblieben, was erste Test an Sonne und Tagbeobachtungen
zeigten. Das Bild ist spürbar heller.
Nach den ersten Tests an der
Sonne und an Doppelsternen steht folgendes fest: Die Schärfe/Kontrast
ist gleich geblieben. Auch der Farbfehler, der durch f/10 entsteht hat
sich nicht verschlechtert. Das Bild ist spürbar heller, womit Details
auf der Sonne besser erkannt werden können. Durch den Helligkeitsgewinn
(ca. 0,5m) wird das Teleskop auch im Deep Sky Bereich mehr bringen.
Fazit: Der Umbau hat sich gelohnt!

Und
das bin ich, ebenfalls aufgenommen mit der WebCam Philips Vesta 680K
(übrigens auch vom Lidl). Ich fotografiere am PC mit einem
USB-Verlängerungskabel. Damit erreiche ich eine Gesamtlänge des
USB-Kabels von ca. 5 Meter.
Meine Nachbarschaft - (61 KB) aufgenommen mit der WebCam durch das geschlossene Fenster!
Hier meine ersten
Versuche mit der WebCam Philips Vesta 680K per Okularprojektion am 25mm
Kellner Wide Angle durch das LidlScope Bilder vom Mond zu machen. Die
Bilder haben alle eine Auflösung von 640x480 und wurden automatisch
belichtet. Die unteren Bilder von Mond und Sonne wurde mit einem 15mm
Plössl Okular per Okularprojektion aufgenommen.
Viel Spaß bei den astronomischen Beobachtungen sowie immer
einen clear sky wünscht Euch Euer Lots