Eine Automobil-Geschichte mit Happy-End??!!





Märchen beginnen meist mit:
Es war einmal.....
So auch dieses.....
Es war im Spätsommer 1975....

auf dem Parkplatz vor dem KKH stand dieses Auto!
Riesig, kraftstrotzend und so was von rot....
und dann erst die Motorhaube!!!

Ich hatte sowas nie zuvor gesehen!
Das Auto, das vor mir stand war sagenhaft!
Wie ein kleiner Junge drückte ich mir die Nase platt um es etwas
genauer zu betrachten.

Ein ungeheurer Sturm an Gefühlen wurde in mir entfacht!
Mein ganzes Ich sagte nur noch eins: ...HABEN WILL!!!!

Vor lauter Staunen und Gucken merkte ich gar nicht, dass plötzlich
der Besitzer hinter mir stand!
Zuerst stottere ich etwas herum, aber ich fand meine Sprache schnell wieder
und so fragte ich, ob der Wagen zu verkaufen wäre.
Mein Herz tat einen Sprung, mir wurde ganz flau im Magen, als der
Besitzer auch noch sagte, dass man darüber reden könne.
Er sei zwar im Moment in Eile, aber wir könnten einen Termin machen.

Schweren Herzens musste ich mich damit abfinden, dass der Besitzer mit
diesem tollen Schlitten wegfuhr, jedoch nicht ohne mir noch ein paar Schauer
über den Rücken zu jagen, beim Klang des Motors.
Ein tiefes V8-Grollen, das bis in die Tiefen meines Bauchs grummelte.


Ich war ungeduldig! Die Zeit bis zum vereinbarten Termin verstrich mir viel zu langsam.

Doch der Tag kam!
Ich sah den roten Wagen sofort, er stand in der Einfahrt und war noch genau
so schön wie auf dem Parkplatz.



Nachdem mich der Besitzer begrüßt hatte, plauderten wir etwas.
Er erzählte mir einiges über den Wagen, den Motor und wieviel PS er hat.
Ich hörte zu und mir wurde heiß und kalt.
7,5 Liter Hubraum und 380PS!!!
Dieses Zahlen waren für mich unvorstellbar!

Nach dem wir uns einige Zeit unterhalten hatten, meinte der Besitzer:
'Es wäre Zeit für eine Probefahrt! Ich solle doch bitte auf der Beifahrerseite
einsteigen!'

Langsam setzte der Eigentümer den Wagen auf die Straße zurück.
Das dumpfe Motorengeräusch verursachte wieder dieses Wummern im Bauch
als wir langsam losfuhren.
Wir kurvten durch einige Straßen bis wir endlich unser Städtchen hinter
uns lassen konnten.

Jetzt zeigte sich dieses Monstrum von Auto von seiner anderen Seite.
Lief der Motor vorher nur wenig über Leerlaufdrehzahl und verursachte dabei
dieses sonore V8-Brabbeln, so war das Geräusch jetzt ein Brüllen und Tosen.
Man kann sich die Geräuschkulisse kaum vorstellen, kein noch so begnadeter
Komponist hätte diese Töne je zusammenstellen können.

Mich drückte es in die schwarzen Ledersitze, der schwere Wagen schoß voran!
Man hatte den Eindruck, die Straße würde von der riesigen Motorhaube
aufgefressen und das Motorengeräusch sei das Zermalmen des Alphalts.

Ich war beeindruckt!!!

Nach einigen Kilometern hatte ich mich etwas an diese Art der
Fortbewegung gewöhnt und genoss die Fahrt.
Es ging entlang des Neckars auf der gutausgebauten B37 Richtung Eberbach.
In Eberbach angekommen fuhr Otto, so hieß der Besitzer, den Wagen auf
einen Parkplatz und meinte: Jetzt solle ich doch zurückfahren!
Das ließ ich mir nicht zweimal sagen!
Schnell hatten wir die Plätze getauscht, jedoch nicht, ohne dass ich
beim Runden des Fahrzeughecks mit der Hand über den Lack gestreichelt hätte.
Jetzt durfte ich fahren! Ja,...was heißt fahren? ...
Ich schwebte wie auf Wolke SIEBEN!!!

Trotz der brachialen Gewalt mit der der Wagen scheinbar zu Werke ging,
war er ganz leicht zu fahren.
Die Automatik schaltete weich, die Lenkung ging spielend leicht.
Durch das Spiel mit dem Gaspedal konnte man die unterschiedlichsten
Töne aus den beiden armdicken Auspuffrohren entweichen lassen.
Vom zärtlichen Brummeln eines Teddybären bis zum wilden Brüllen eines Grizzlies!

*Zum Hörgenuss bitte auf das Bild klicken!*

1972er PONTIAC FIREBIRD TRANS AM 455 HO

Ich war hin und weg!

Wieder zurück, verhandelten wir etwas über den Preis!
10.000 DM, mir erschien der Preis mehr als angemessen.

Es gab jetzt für mich nur noch ein Problem!
Nein, nicht das Geld!!!
Sondern, wie erzähl' ich's meinen Eltern!

Ich war zu diesem Zeitpunkt noch keine 20 Jahre alt und lebte noch bei ihnen.

Ich kannte sie sehr gut, auch wenn ich sie nicht verstand.
Und so kam es, wie es kommen musste:
Meine Eltern waren strikt dagegen, dass ich diesen Wagen kaufe.
Sie sprachen von unvernünftig, von hohen Unterhaltskosten usw.

...Ich war bedient!


Als ich mich etwas beruhigt hatte, habe ich Otto angerufen und ihm gesagt,
dass es mir Leid täte, dass ich den Wagen nicht kaufen könne.
Er war sehr verständnisvoll!


Aber etwas in mir, hat mich seit dieser Begegnung nicht mehr in Ruhe gelassen!
Irgendwann würde ich so ein Auto haben!


Es dauerte über 20 Jahre!


An einem späten Frühlingsnachmittag 1999 wollte ich einen Oldtimerfreund besuchen.
Im Hof, wo Stefan, so heißt der Oldtimerfreund, seine Schrauberhöhle hatte,
stand ein Wagen!
Weiß und dunkelgrau mit dem charakteristischen Adler auf der Motorhaube!
Einem Kollegen von Stefan gehörte der Trans Am.
Natürlich konnte ich es wieder nicht lassen, zu fragen, ob der Wagen
zu verkaufen wäre.
Und prompt kam wieder die gewünschte Antwort: Darüber könne man reden!

Langer Rede, kurzer Sinn! Wir einigten uns auf einen einmaligen Schnäppchen-Preis.

Der Wagen war fahrbereit, hatte noch TÜV, war vollständig,
aber ziemlich heruntergekommen.
Bei der Überführung in meine Schrauberhalle, stellte sich wieder
das alte Gefühl ein.

Nun ja, vielleicht nicht ganz, schließlich handelte es sich nicht
um einen 455 HO. Aber der 4,9Liter-Turbo-Motor lief nicht schlecht.

Inzwischen weiß ich fast alles über die 2. Generation der F-Body-Modelle von PONTIAC und
habe dabei festgestellt, was für ein Schnäppchen ich mit dem Kauf des
weiß/grauen Trans Am gemacht habe.
Es handelt sich um ein Exemplar der 1980 Indy-Pace-Car-Edition.
Ein identischer Wagen fuhr 1980 beim 500 Meilen-Rennen in Indianapolis
als Pace-Car voraus und PONTIAC baute eine Sonderserie von 5700 Stück.

Der 4,9Liter-Turbo-Motor hat original eine Leistung von 210PS und
ein max. Drehmoment von fast ca. 480 nm.
Der Wagen ist serienmäßig mit allen lieferbaren Optionen ausgestattet,
wie Automatik, Klima, Tempomat, verspiegelte T-Tops,
Zentralverriegelung, Powerwindows, gesperrter Hinterachse mit
Scheibenbremsen u.a.m.


1980 Turbo-Trans Am - Indianapolis Pace-Car


So habe ich jetzt doch noch meinen Trans Am bekommen!


Und im Februar 2011 kam noch ein weiterer Trans Am dazu:

Wiederum ein glücklicher Zufall....
In einem Thread des F-Body-Nation-Forums wurde ein Fahrzeug
angeboten. Auf dem Fahrzeug befand sich ein Kennzeichen aus
meinem Landkreis, das Auto wollte ich zumindest mal anschauen!

Dabei blieb es nicht, nach kurzer Bedenkzeit kaufte ich den Wagen.

Laut Beschreibung im Forum wäre noch einiges zu machen und bei
der Besichtigung konnte ich den Umfang der noch zu erledigenden
Arbeiten recht gut einschätzen.

Na Ja, so ganz auf die Schnelle wohl nicht, aber mit viel Initiative
habe ich doch in relativ kurzer Zeit ein ganz passables Wägelchen
daraus gemacht!

Hier die Bilder: