Custom - Cars




Customizing (to customize = anpassen) ist der englische Ausdruck für die
Anpassung eines Serienprodukts wie etwa ein Fahrzeug an die eigenen Bedürfnisse.

Man unterscheidet verschiedene Spielarten des Customizing.
Schon seit den 1940er Jahren gibt es in den USA eine Custom-Scene,
meistens zählt man die Fahrzeuge dieser frühen Epoche zu den Hot Rods.

Hot Rods



Der Begriff Hot Rod (englisch) bezeichnet speziell getunte, ältere, Autos.
Der Ausdruck stammt von "Heißes Pleuel" (getunte Motoren) oder
Hot Roadster(offener Wagen), mit dem in den 1940ern bis Heute diese
Autos bezeichnet werden.

Geschichte

Ursprünglich wurden für den Bau der Hot Rods alte, billige Autos benutzt,
bei denen das Gewicht reduziert und ein wesentlich stärkerer Motor eingebaut wurde.
In den 1940er Jahren fanden die aus dem Zweiten Weltkrieg zurückkehrenden
Soldaten sowie damalige besser gestellte Jugendliche eine preiswerte Möglichkeit,
Beschleunigungsrennen zu fahren. Daher kann man die ersten Hot Rods bzw.
deren Besitzer als Pioniere des Dragracings bezeichnen.

Basisfahrzeuge

Klassische Basis für Hot Rods waren alle damals verfügbaren Kleinwagen wie
z.B. Ford T, A, B. Heute werden meist gut erhaltene Exemplare der Marken Chrysler,
Chevrolet und Ford aus den 20er bis Ende 40er benutzt.

Karrosserieveränderungen

Chopping:

Das Chopping (auch Top-Chop) ist eine Technik, bei der die A-, B-, C-Säulen
eines Autos in der Länge eingekürzt werden. Damit soll die optische Gürtellinie
des Fahrzeugs angehoben werden. Zudem verkleinert sich die Fensterfläche und
das Dach erscheint niedriger.

Channeling:

Das Channeling, von engl. channel (Kanal), bewirkt eine Absenkung der gesamten
Karosserie über den Rahmen des Fahrzeugs. Dies erfolgt durch das Einschweißen
einer Vertiefung (Kanal)in die Unterseite der Karosserie.

Sectioning:

Beim Sectioning wird aus der Karosserie des Fahrzeuges ein horizontaler Streifen entfernt.

Cleaning:

Das Cleaning, von engl. clean (sauber), bezeichnet die Demontage von Zierleisten,
Türgriffen, Schriftzügen und Abdeckungen.

Lowering:

Das Lowering umfasst die optische und technische Absenkung der Karosserie
(siehe Lowrider). Dazu wird ein Fahrzeug mit einem Channeling oder einem "air ride" versehen.

Stile

An den heutigen Hot Rods kann man alle Spielarten des Tunings und Customizings
beobachten, von zeitgenössisch restauriert bis im modernen High-Tech-Stil aufgerüstet.
Eine weitere Spielart dieser Fahrzeuge sind die sogenannten Rat Rods.
Diese werden im Gegensatz zu den Hot Rods nur im technischen Bereich restauriert
und getunt. die Karosserie wird meistens nicht restauriert und so belassen oder
in Mattfarben lackiert. Die beschriebenen Bearbeitungsvarianten der Karosserie
kommen auch bei den Customs zum Einsatz, die sich von den Hot Rods deutlich unterscheiden.

Eine weitere beliebte Art sein Fahrzeug zu individualisieren ist das Custom-Painting.
Meist wird hierbei die Airbrushtechnik bevorzugt. Die bemalten Stellen des Fahrzeugs
werden anschließend mit mehreren Schichten Klarlack versiegelt, um sie vor äußeren
Einflüssen wie etwa Schmutz, Regen oder Fingerabdrücken zu schützen.
Es gibt Fahrzeuge die man ohne Zweifel als fahrende Kunstwerke bezeichnen kann.



1932 Ford 3 Window-Coupé



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Lowrider



Als Lowrider oder Jumpcar bezeichnet man Autos, bei denen mit Hilfe elektrisch
betriebener Hydraulikpumpen die Karosserie an den Vorderrädern sowie jede
Radaufhängung einzeln angehoben werden kann.

Durch eine geeignete Ansteuerung ist es möglich, dass das Auto mit den Vorderrädern
hüpft (daher auch die Bezeichnung bouncer). Beliebt bei den Fans sind Autos aus
dem klassischen Zeitalter der 1950er, 1960er und 1970er Jahre.
Besonderes begehrt sind Chevrolets aus den 1960er-Jahren.
Eine besondere Erwähnung verdient der 1964er Chevrolet Impala, der in Lowriderkreisen,
eine beliebte Umbaubasis darstellt.

Technik

Je nach Grundkonzept des Lowriders werden unterschiedliche Hydrauliksysteme verwendet.
Der klassische Lowrider funktioniert mittels Hydraulikpumpen die ähnlich wie
die Hydropneumatik des legendären Citroen DS "Die Göttin" arbeiten.
Im Kofferraum befinden sich mehrere Elektromotoren und Pumpen über die der
Öldruck erzeugt wird, mit dem die Hydraulikzylinder ein- oder ausgefahren werden.
Angesteuert werden die Elektromotoren über Schalter und Relais, wodurch das Auto
zum Springen und Tanzen gebracht wird. Die elektrisch angetrieben Hydraulikpumpen
benötigen eine große Menge Energie, welche von zahlreichen, meist ebenfalls im
Kofferraum untergebrachten Batterien geliefert wird.
Oft handelt es sich um ein ganzes Bündel Batterien, um eine ausreichende Stromzufuhr
zu gewährleisten. Je mehr Leistung zur Verfügung steht, desto schneller können
die Bewegungen des Autos sein. Die Spannung der Batteriepakete reicht von 12 V bis 96 V.

Neben diesen Bauteilen sind die Springfedern auf die die Hydraulikzylinder drücken
ausschlaggebend für die Bewegungsabläufe. Sowohl durch die Härte der Federn als
auch durch ihre Länge wird das Bewegungsvermögen eines Lowriders stark beeinflusst.
Oft allerdings sind die Möglichkeiten durch die Bauart des Fahrzeugs eingeschränkt
und man muss hier Kompromisse eingehen.

Kategorien

In Deutschland werden die Lowrider in fünf Kategorien aufgeteilt.

Fat Dancer:

Als Fat Dancer gelten alle voll fahrbaren Fahrzeuge mit einem Gewicht ab 1600 kg.
Die meisten Fat Dancer sind Fahrzeuge aus amerikanischer Fertigung mit
Gesamtgewichten bis zu 2,8 Tonnen. Sie beherrschen je nach Grundkonzept
die verschiedensten Figuren. Einige dieser Lowrider sind lediglich zu
behäbigen Bewegungen und Tanzeinlagen fähig, andere dagegen zu spektakulären.

Dancer:

Als Dancer gelten alle voll fahrbaren Fahrzeuge mit einem Gewicht bis 1600 kg.
Sie beherrschen je nach Grundkonzept wie die Fat Dancer die verschiedensten Figuren.

Radicals:

Wie der Name schon sagt, handelt es sich bei den "Radicals" um Lowrider die zu
besonders radikalen Bewegungen fähig sind. Als Basis dienen möglichst leichte
Fahrzeuge deren Motoren, Getriebe und Innenausstattungen aus Gewichtsgründen und
Platzbedarf für die Hydraulik und Batterien weggelassen werden.
Bei Shows gewinnt, wer die spektakulärsten Bewegungen und Figuren mit dem Fahrzeug zeigt.
Extrapunkte und Zuschauersympathien erntet derjenige der seinen Lowrider während der
Show auf das Dach legt oder komplett zerstört.

Show and Shine:

In dieser Kategorie sind Fahrzeuge aller Gewichtsklassen beinhaltet.
Auch diese Lowrider sind voll fahrbar. Sie sind aber mit allergrößter Liebe und
Sorgfalt hergerichtet und werden hauptsächlich bewegungslos präsentiert.

Hopper:

Lowrider dieser Kategorie sind in Deutschland eher selten.
Als Hopper werden Fahrzeuge bezeichnet, die an der Vorderachse zu extrem
hohen Sprüngen fähig sind. Auch diese Lowrider sind voll fahrbar.

Lowrider in Deutschland

In Deutschland hat sich in den letzten Jahren eine eigene Lowriderszene entwickelt.
Die Größe der deutschen und europäischen Fangemeinde ist zwar nicht zu vergleichen
mit der Amerikanischen, aber die Qualität der Umbauten reicht ohne weiteres an die
der Amerikaner heran.
Neben den klassischen deutschen Automobilmarken VW, Opel, Mercedes und Ford sind
auch Fahrzeuge von anderen Herstellern Honda, Fiat, Renault eine gern genommene
Basis für den Umbau zum Lowrider. Die sogenannten "Euros" bieten den Vorteil,
dass sie in Europa günstiger zu bekommen und zu unterhalten sind als
amerikanische Fahrzeuge. Die amerikanische Fraktion innerhalb der Szene ist deshalb
aber nicht kleiner. Fahrzeuge der Hersteller Chevrolet, Buick, Lincoln und andere
sind hier vertreten.
Es ist seit einigen Jahren auch kein Problem mehr, direkt in Deutschland die
notwendigen Hydraulikteile zu erwerben. Verschiedene namhafte amerikanische
Hersteller haben Stützpunkthändler bei denen jederzeit Teile käuflich erworben
werden können. Es besteht auch die Möglichkeit sich dort einen Lowrider bauen
zu lassen, was aber aus der Sicht der meisten Lowriderbesitzer verpönt ist.
Der Weg einen Lowrider zu bauen, der im Betrieb hält, gilt als Ziel.

Lowrider in der Öffentlichkeit

Eine Entwicklung die mit dem Entstehen der Szene einherging, war die Entdeckung
des Lowriders als Showobjekt. Besonderen Anteil hieran hat die GLCA aus Herten.
Neben Auftritten auf Automobiltreffen und -messen werden auch reine Lowridershows
nach dem amerikanischen Prinzip durchgeführt. Bei diesen Veranstaltungen stellen
sich die Lowriderpiloten der Bewertung einer fachkundigen Jury und des Publikums.
Ähnlich dem Eiskunstlauf, führen die Eigentümer mit ihrem Lowrider eine Show vor,
in der sie die Autos im wahrsten Sinne des Wortes tanzen lassen.
Die Jury bewertet die gezeigten Figuren mit Wertnoten und das Publikum entscheidet
per Applaus über den Erfolg des jeweiligen Showacts. Die Sieger dieser Wettbewerbe,
gestaffelt nach den Kategorien, stellen dann den "lowrider-master" des laufenden Jahres.

Des Weiteren sind Lowrider auch ein vielbenutztes Requisit in amerikanischen und
europäischen Hip Hop und Rap-Videos.
Auch in den Bereichen der Produktpräsentation, Firmenveranstaltungen bis hin zu
Hochzeitsfahrten kann man in der Öffentlichkeit auf einen Lowrider treffen.



1960 Chevrolet Impala Lowrider



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Galerie



1940 Ford Hot Rod



V8-Motor mit Kompressoraufladung und Scoop.



Ford aus den 40er Jahren



Klassischer Hot Rod



Hot Rod



Hot Rod



Hot Rod



Rat Rod im grauen Primer-Look



Ford Hot Rod 3 Window-Coupé



Chevy Lowrider



cleaner lowriding Buick Riviera mit Top-Chop



1964 Chevy Impala Lowrider



Lowrider



Chevy Lowrider



Chevrolet Bel Air Streetmachine



Dodge Challenger Streetmachine



1950 Ford Mercury mit Top Chop



1960 Ford Galaxie Lowrider